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"Als ich euch so gesehen habe, da ist bei mir eine Sicherung durchgebrannt. Ich habe Reita oder jemanden anderes aus der Gruppe nie angemacht, aber heute ist es nun mal passiert. Ich werde mich später auch bei Reita entschuldigen, bevor es noch mehr Ärger gibt." erklärte Ruki und sah in Kanae’s rot geweintes Gesicht.

Er verstand nun auch, weshalb Reita sie an sich gedrückt hatte.

"Du hast geweint, oder? Sag ´Nein´ und ich vergesse mich." meinte Ruki dann und berührte darauf Kanae’s warmes Gesicht mit seiner linken Hand.

Zu gern würde er ihr jetzt und hier "Ich liebe dich" sagen, doch irgendwie ging es noch nicht - nicht so, nicht auf diese Art und Weise.

Kanae wollte Ruki’s Hand aus ihrem Gesicht streichen, doch seine wunderschönen Augen, seine klaren Augen schienen sie in einen Bann ziehen zu wollen. Nichts war ihr in diesen Moment möglich, als sie Ruki ansah. Eigentlich war sie zu frieden mit den Worten "Ich will dich" und doch mangelte es ihr an Bestätigung, dass es wirklich so war.

Viel lieber würde sie ihm jetzt aus dem Weg gehen, doch selbst das schien vollkommen unmöglich.

Und statt Ruki zu antworten, schwieg sie.

"Du hast geweint, umsonst wären deine Wangen nicht so nass und deine Augen so glasig. Ich will nicht, dass du weinst und ich will auch nicht, dass wir weiterhin so zueinander sind. Entweder du nimmst meine Worte so hin, wie ich sie dir gesagt habe oder wir lassen es ganz. Anders geht es jetzt nicht, oder sollen wir dieses Spiel weiter so spielen? Macht es dir wirklich Spaß? Wohl kaum." meinte Ruki und streichelte dabei vorsichtig Kanae’s Wangen.

"Es ist weder das eine, noch das andere das ich will. Ich will, dass du es direkt zu mir sagst, ist das so schwer? Natürlich möchte ich dieses Spiel nicht spielen, aber anders geht es wohl nicht." erwiderte Kanae und wollte soeben Ruki von sich schieben, als dieser sie schon gepackt und auf den Küchentisch gehoben hatte.

Vorsichtig legte er Kanae’s Arme um seinen Hals und streichelte mit seiner linken Hand nun ihren Rücken. Eigentlich war es nun er, der jetzt viel lieber weinen würde, der jetzt viel lieber alles in die Welt schreien würde. Ihn machte es schon nach so kurzer Zeit fast wahnsinnig und nur, weil Kanae seine Worte nicht begreifen wollte - wieso musste es immer auf direkten Wege gehen, wenn es auch indirekt möglich war?

"Lock mich nicht raus, du würdest es bitter bereuen." sagte Ruki leise, es klang fast schon flüsternd. Kanae musste dann auch schon wieder lächeln.

"Und was ist, wenn ich genau das provozieren will? Was willst du dann machen? Willst du mich dann umbringen?".

"Nein, nicht umbringen. Es gibt da viel interessantere Dinge." antwortete Ruki, der nun Kanae’s Hals küsste. Ihr war es keineswegs unangenehm, nur konnte jeden Moment Kai oder auch einer von den anderen hereingeplatzt kommen.

"Die da wären?" fragte Kanae und versuchte Ruki zu stoppen.

"Ich würde dich mit rosa Plüschhandschellen an mein Bett fesseln, damit du nie wieder abhauen kannst. Ich könnte dann auch mit dir machen, was ich will." grinste Ruki frech und berührte vorsichtig mit seinen Lippen Kanae’s Mund.

"Wie ist jetzt deine Entscheidung?" fragte er dann und sah Kanae abwartend an, wollte sie wieder küssen und langsam kroch seine Hand unter ihr weinrotes Oberteil.

"Meine Entscheidung liegt dabei, dass ihr eure Spielchen wohl doch in deinem Zimmer veranstaltet, Ruki." sagte Kai, der frech grinsend neben Ruki stand, der erschrocken auffuhr. "Mach das nie wieder, Kai!" zischte er dann und ließ von Kanae ab, die nun errötet war. "Tut mir leid." sagte sie mit gesenktem Kopf, als sie vom Tisch sprang und die Küche fluchtartig verlassen hatte. Kai musste darauf laut lachen, hätte beinahe die frischen die Tüte mit den Brötchen fallen lassen.

"Hättest du nicht ein paar Minuten später erscheinen können?!" zischte Ruki und stürmte an Kai vorbei. Kai schüttelte nur grinsend seinen Kopf, als er soeben die Brötchen in einen Korb tat und anschließend nach der zweiten Kanne Kaffee sah, die immer noch unter der Kaffeemaschine stand. Nachdem Kanae aus der Küche gestürmt war, saß sie nun wieder auf der Terrasse. Sie hatte ihre Beine angewinkelt und diese mit ihren Armen umklammert, ihr Gesicht, welches zuvor noch von Tränen nass war, ließ sie von den warmen Sonnenstrahlen kitzeln - es war ein angenehmes Gefühl.

Ruki, der nach Kanae die Küche verließ, war in sein Zimmer gestürmt und man könnte meinen, einen Teenager vor sich zu haben, der beleidigt in sein Zimmer gestürmt war.

Zur gleichen Zeit kam nun endlich auch Kim aus Uruha’s Zimmer.

Sie hatte das letzte Mal mit Uruha ein Wort gewechselt, bevor dieser eingeschlafen war. Kim konnte sich an vieles erinnern und doch war dies noch nicht genug. Sie hatte das Gefühl, etwas Schlimmes getan zu haben, wobei sie nichts verbrochen hatte, was diesem Gefühl gleichen könnte.

Gekleidet in einem dunkelgrauen Hemd von Uruha, welches Kim viel zu groß war, kam sie barfuss in die Küche.

Gähnend rieb sie sich die Augen, doch der Duft vom frisch gekochten Kaffee ließ sie etwas wacher werden.

"Morgen." sagte sie und sah Kai lächeln.

Er musterte Kim kurz und stellte fest, wie zerstört sie doch aussah und es brachte ihn nur noch mehr zum Lächeln.

"Gut geschlafen? Siehst ja ganz danach aus." grinste Kai.

Kim nickte nur teilnahmslos. "Wenn ich jetzt sagen würde, dass ich schlecht geschlafen habe, wäre das eine glatte Lüge. Aber das ist es nicht. Ich habe gut geschlafen…" erklärte Kim und beobachtete Kai, welcher immer noch lächelte.

Es hatte für sie den Anschein, als würde Kai sein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommen - nicht das es Kim störte, denn es sah niedlich aus.

"Das glaube ich dir sogar." stimmte Kai ihr zu und begann mit den Beinen zu zappeln.

Im selben Moment kam auch Aoi in die Küche, seine Haare waren noch etwas nass vom Duschen und der Duft seines Parfums lag deutlich in der Luft.

"Morgen." sagte Aoi und ließ sich auf einen der Stühle nieder, zündete sich auch sofort eine Zigarette an.

"Dich riecht man schon von weiten." seufzte Kai und sah Aoi nur lächeln.

"Stört’s dich etwa?" fragte Aoi auch gleich und zog dabei an seiner Zigarette.

"Nein, aber es geht auch ein bisschen dezenter." meinte Kai und zündete sich nun auch eine Zigarette an.

"Und wenn es geht nicht nur das." fuhr er dann fort. Aoi sah Kai fragen an.

"Was denn noch? Soll ich etwa stinken wie ein Iltis, oder was?" hatte Aoi dann gefragt und hörte Kim, die unmittelbar neben Kai stand, nur auflachen.

Kai musste auch schon wieder grinsen und schüttelte dabei seinen Kopf.

"Es würde ausreichen, wenn ihr nächste Nacht beim Sex etwas leiser sein würdet." sagte Kai dann und bemerkte, wie Aoi errötete.

Kim musste wieder auflachen, bis Kai’s Blick plötzlich auf sie fiel.

"Kimi, das gilt auch für dich." fuhr er fort und sah nun auch, wie Kim etwas errötete.

"Tut mir leid." hatte sie dann leise gesagt.

"Das sollte es auch, ihr habt mir nämlich den Schlaf geraubt und das ist wirklich nicht nett." meinte Kai, der nun eine beleidigte Miene aufsetzte.

Kim lächelte, auch wenn sie sich schämte, und kam auf Kai zu.

"Sei nicht mehr böse mit mir, ja? Das nächste Mal bin ich etwas leiser, versprochen." sagte Kim und streichelte mit beiden Händen Kai’s Wangen - Aoi beobachtete das ganze amüsant, bis er dann Reita sah und mit dem Finger auf ihn zeigte.

"Er ist Schuld daran gewesen, dass es so laut war!" plärrte Aoi von seinem Platz aus.

Reita wusste in diesem Moment gar nicht, was eigentlich los war und warum Aoi plötzlich los plärrte.

"Was ist? Woran bin ich schuld?" fragte Reita, der zwar wach und frisch geduscht war, aber überhaupt nicht wusste, worum es überhaupt ging.

Er hörte Kai und Kim nur lachen, sah Aoi frech grinsen und immer noch mit dem Finger auf ihn zeigend.

"Der da ist Schuld." sagte Aoi.

"Hast du versucht Aoi umbringen, oder warum hat er so geschrieen?" fragte Kai, der aufstand und näher an Reita heranrückte. Er grinste dabei frech.

"Du wolltest ihn totrammeln, stimmt’s? Unser kleiner Reita, ja, ja." grinste Kai und Reita wusste nun auch, dass es um letzte Nacht ging - ja, Reita hatte Aoi in den Hals gebissen, deshalb musste Aoi auch schreien und Kai hatte es gehört. Alle schienen es gehört zu haben.

"Aoi hat mir wehgetan und ich hab mich nur gerächt." erklärte Reita und verschränkte seine Arme wie ein beleidigtes Kind. Dennoch mussten alle lachen, bis Kim nun auch einfiel, was sie eigentlich von Kai wollte.

"Kai, ist Kanae schon wach?" hatte sie auch sofort gefragt und Kai hatte ihr erklärt, dass Kanae wohl auf der Terrasse sein musste. Kim hatte sich dann leise auf die Terrasse geschlichen und beobachtete Kanae einen Moment lang. Sie sah, dass Kanae irgendwie traurig war oder vielleicht nur schlecht geschlafen hatte - ihr Blick wollte die Wahrheit nicht so preisgeben, wie sie eigentlich war.

"Morgen, Kana." sagte Kim lächelnd und umarmte ihre Freundin von hinten.

Erschrocken zuckte Kanae zusammen, bemerkte aber sofort, dass es Kim war.

"Guten Morgen." hatte Kanae erwidert und sah, wie Kim sich gegenüber von ihr niederließ.

"Gut geschlafen?" fragte Kim dann auch gleich und sah Kanae nur teilnahmslos nicken.

"Ja, könnte man so sagen." sagte Kanae dann auch schon und sah Kim lächeln.

"Könnte man so sagen? War etwas nicht in Ordnung?" fragte Kim weiter.

Ja, sie war irgendwie neugierig und sie wollte auch wissen, wie und was zwischen Kanae und Ruki abgelaufen war.

"Es ist alles in Ordnung, wirklich. Besser könnte es gar nicht laufen und das ist auch gut so." meinte Kanae, die innerlich aber schon wieder in Tränen ausgebrochen war. Doch Kim konnte sie davon nicht überzeugen, denn sie sah es an Kanae’s Augen - nichts war wirklich in Ordnung.

"Du lügst." sagte Kim dann und rückte mit dem Stuhl, auf dem sie saß, etwas näher an Kanae heran und legte ihren rechten Arm auf Kanae’s Schultern.

"Was ist los?" fragte die dann weiter und sah Kanae nur ihren Kopf schütteln.

Sie sah auch, dass Kanae bereits Tränen in die Augen stiegen, die sie auch sofort wegwischte. "Okay, langsam. Lass mich raten, du hattest Sex, stimmt’s?" fragte Kim nun.

"Hör auf so blöd zu fragen, es ist doch egal." meinte Kanae.

Doch Kim schüttelte nur ihren Kopf.

Sie empfand es nicht so, als wäre alles egal. Kim war es nicht egal und sie wusste auch, dass es Kanae nicht egal war - Kim kannte die Gefühle ihrer Freundin schon zu gut.

"Ist es nicht." widersprach Kim dann auch und sah, wie Kanae sie dann ansah.

"Ich habe Ruki gesagt, dass ich ihn liebe." sagte sie dann und sah Kim lächeln.

"Das ist doch schön. Und liebt er dich auch?" erkundigte Kim sich sofort.

Das Einzige was sie aber bekam war nur ein Schulterzucken.

"Ich weiß es nicht. Ruki redet immer nur um den heißen Brei und kommt nicht ganz aus sich heraus…das verwirrt mich, lässt mich zweifeln. Vielleicht will er mich ja, vielleicht will er aber nur Sex von mir." erklärte Kanae dann. "Aber vielleicht bilde ich mir ja auch nur alles ein? Wahrscheinlich bin mir nur selbst nicht ganz sicher mit meinen Gefühlen…" murmelte Kanae und stand auf, lief zum Geländer und stützte sich daran ab. Ihr dunkles Haar wehte leicht im Wind. Zu gern würde Kim ihr bestätigen, dass Kanae sich ihren Zweifel nur einredete - doch Kim erging es auch nicht anders, sie fühlte sich ähnlich. Natürlich hatte sie Uruha nicht gesagt, dass sie ihn liebte und doch glaubte sie, solche Gefühle in sich zu tragen. Aber auch sie hatte das Gefühl, dass Uruha sie wohl wahrscheinlich auch nur für Sex haben wollte. Aber rasch schob Kim diesen Gedanken wieder beiseite und widmete sich Kanae wieder.

Sie war aufgestanden, kam auf Kanae zu und stand nun unmittelbar vor ihr, hatte nach ihrer linken Hand gegriffen.

"Ich glaube nicht, dass Ruki dich nur fürs Bett will. Klar redest du dir das erst einmal ein, schließlich ist Ruki populär und die anderen vier auch. Aber ich habe ihn beobachtet, habe seine Blicke auf dir ruhen sehen und die sprachen Bände. Er liebt dich und ich glaube er hatte sich auch sofort in dich verliebt, als er dich das erste Mal gesehen hatte. Wahrscheinlich hat er nur Angst davor, dir so seine Liebe zu gestehen, wie du es getan hast. Vielleicht ist er es, der Angst davor hat, von dir verletzt zu werden." versuchte Kim ihrer Freundin zu erklären und Kim hatte tatsächlich in jeder Hinsicht Recht, mit dem was sie da sagte - Ruki hatte Angst.

"Ich weiß….Ich weiß es selbst. Ich bin wohl wirklich diejenige, die das nicht akzeptieren will und deswegen ist es falsch von mir. Aber nicht nur Ruki hat Angst…ich habe sie auch, auch wenn er mir gesagt hat, dass er mir nie wehtun würde." meinte Kanae und vergrub dabei das Gesicht in ihren Händen. Innerlich weinte schämte sie sich und hasste sich dafür, dass sie Ruki’s Worte nicht einfach so hinnahm - es war seit jenem Augenblick so, als sie Ruki ihre Liebe gestand.

Kim streichelte Kanae über den Rücken. "Red mit ihm darüber, vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung. Er will bestimmt nicht, dass du dich quälst. Aber dafür darfst du ihn auch nicht quälen." meinte Kim und sah Kanae nur nicken.

Sie spürte bei Kim’s Worten plötzlich unglaubliche Hoffnung in sich aufsteigen.

Denn Kim hatte Recht. Es musste so sein.

"Danke." sagte Kanae dann und sah in Kim’s Gesicht, sah sie nur lächeln.

"Schon gut." meinte Kim und sah Kanae dann auch schon wieder lächeln.

"Mir geht es jetzt wieder besser und wie lief es bei dir? Ihr wart nicht sehr leise." grinste Kanae dann auch schon.

"Davon gehe ich auch aus, dass ihr miteinander geschlafen habt." fuhr sie dann fort.

Peinlich berührt senkte Kim darauf ihren Kopf. "Ja.".

"Bis auf Kai hatte wohl jeder hier Sex…" seufzte Kanae dann.

"Ja." ertönte es nur wieder von Kim.

"War bei dir etwas nicht in Ordnung?" hatte Kanae dann gefragt und versuchte dabei einen Blick von Kim zu erhaschen.

"Im Gegensatz zu dir ist bei mir soweit alles in bester Ordnung gewesen." antwortete Kim und hob ihren Kopf wieder. Kanae kannte auch Kim’s Gefühle, sie wusste auch, dass Kim schon seit Uruha’s Begegnung von nichts anderem mehr redete.

"Hast du dich auch verliebt?" fragte Kanae dann auch schon weiter.

"Was?" reagierte Kim leicht aufgebracht.

Doch die Schamröte in ihrem Gesicht verriet Kim.

"Hast du dich verliebt?" fragte Kanae dann aber nochmals.

"Ich weiß nicht." sagte Kim nur leise, als im selben Moment auch schon Uruha angeschlurft kam und die beiden Mädchen penetrant ansah.

"Morgen." hatte er dann gesagt und ließ sich auf dem Stuhl nieder, auf dem Kim vorher gesessen hatte. Er zündete sich auch sofort eine Zigarette an.

"Morgen." sagte Kanae grinsend und ließ sich neben Uruha nieder, den sie auch sofort musterte - auch er machte einen leicht zerstörten Eindruck, obwohl seine Haare wohl weniger zerzaust waren als die von Ruki oder Kim. Kanae nahm auch den angenehmen Duft seines Parfums wahr, welches er trug. Von Uruha’s Kleidung konnte Kanae nicht viel sagen, er trug nur ein weißes Hemd und eine schwarze Stoffhose.

Allerdings war es ein ungewohnter Anblick, wenn Uruha eine Brille trug - aber selbst dann war er ein Hingucker.

"Darf man fragen, was ihr gemacht habt? Du siehst genauso zerstört aus wie Kim." meinte Kanae, die Kim sofort einen kurzem Blick zuwarf, den Kim wiederum aber nicht sah - sie starrte in den blauen Himmel und träumte vor sich hin.

"Ich weiß es nicht…" gähnte Uruha und sah ebenfalls in den Himmel.

Kanae seufzte und stand dann auf. "Na gut, ich lasse euch dann mal alleine und hole den Kaffee." erklärte Kanae dann und verließ die Terrasse.

Uruha konnte sie von hinten nur lachen hören und nahm auch deutlich Kai’s Stimme wahr.

"Du hast genau das Hemd an, das ich heute anziehen wollte." meinte Uruha, der Kim gemustert hatte und aus reiner Intuition stellte er fest, dass Kim nichts weiter anhatte, als dieses Hemd und es brachte ihn zum Grinsen, als Kim sich dann neben ihm niederließ.

"Soll ich es ausziehen?" fragte Kim und lächelte, sie hatte unbemerkt dabei ihre Hand auf Uruha’s linken Arm gelegt.

"Du hast nichts drunter." sagte er dann nur.

Uruha hatte dann auch schon in Kim’s gerötetes Gesicht gesehen.

"Was? Wie kommst du denn darauf?" entgegnete sie und zerrte nun nervös an dem Hemd, knöpfte es auch bis oben hin zu.

"Ich weiß das du es nur übergezogen, aber nichts drunter gezogen hast." meinte Uruha und lächelte. Natürlich hatte er auch Recht.

Und als Kim ihn so ansah, wäre sie am liebsten wie Eis in der Sonne geschmolzen.

"Ich weiß, dass du nackt neben mir lagst…" sagte Uruha dann - und irgendwie schockten Kim diese Worte.

Konnte er sich wirklich an nichts weiter erinnern?

Konnte er sich nicht daran erinnern, dass er mit Kim geschlafen hatte?

War wirklich alles weg?

Für Kim war es irgendwie unbegreiflich und nun fühlte sie sich schlimmer, als es Kanae tat. Vielleicht hätte auch Kim zu Uruha sagen sollen, dass sie sich in ihn verliebt hat? Doch für Kim war es noch etwas zu früh und nicht nur, weil auch sie wie Kanae Angst hatte.

"Du hast anscheinend zu viel getrunken, was? Ich weiß allerdings auch nichts Näheres…" meinte Kim - doch das war gelogen, sie erinnerte sich an alles und sie wusste auch, dass Uruha einen Biss von ihr am Hals hatte, welcher jedoch gut durch seine Haare kaschiert wurde und man es deshalb nicht gleich sah. Sie wusste auch, dass sie mit Uruha geschlafen hatte und dass es die ganze Nacht so war.

Und umso unbegreiflicher wurde es Kim, dass Uruha sich an nichts erinnern konnte.

Vielleicht log er oder vielleicht war er es, der mehr Angst als Kim davor hatte, seine Gefühle einzugestehen.

"Mag schon sein. Aber so viel war es nicht." meinte Uruha und beobachtete prüfend Kim’s Blick. Man konnte bereits erahnen, dass seine Worte sie schockiert haben mussten.

"Hast du was? Du siehst auf einmal so traurig aus." sagte er dann.

Kim sah ihn jedoch nur überrascht an, statt etwas zu erwidern.

 

17

 

"Ist jetzt alles in Ordnung? Du siehst jetzt irgendwie erleichtert aus." meinte Kai, der vor Kanae stand und dabei immer einen Blick auf die Terrasse warf.

"So in etwa. Soll ich dir etwas abnehmen?" fragte Kanae auch schon und griff nach der zweiten Kaffeekanne.

"Sind soweit alle wach?" fragte Kanae dann weiter und sah Kai nicken.

"Ja, eigentlich schon. Ich wüsste jetzt keinen, der noch fehlen könnte." meinte Kai und warf nun einen Blick auf Ruki’s Zimmertür.

"Aber einen Gefallen könntest du mir tun." fuhr Kai fort und sah nun Kanae wieder an.

"Der wäre?" fragte sie und sah Kai frech grinsen.

"Na, das ist doch ganz einfach. Wenn du die Kaffeekanne abgestellt hast, dann gehst du die anderen holen. Vor allem Ruki, der anscheinend in seinem Zimmer vor sich hinschmollt." erklärte Kai und ließ Kanae mit der Kanne in den Händen stehen.

Er schlurfte auf die Terrasse und sah Uruha grinsend an.

"Morgen, Uru." sagte Kai.

Uruha hob sofort seinen Kopf.

"Morgen." sagte er leise und starrte Kai dabei an, als wäre er kein Mensch.

Kai jedoch grinste nur. "Ich hoffe du hast gut geschlafen?"

"Kann man so sagen." sagte Uruha, der sich über Kai’s dauerhaftes Grinsen wunderte.

"Hast du heute unerträglich gute Laune oder weshalb grinst du wie ein Weltmeister?" fragte Uruha dann. Kai hingegen wusste in etwa, was zwischen Uruha und Kim abgelaufen sein musste. Nicht nur, dass er es laut und deutlich gehört hatte, sondern weil Uruha zu Kai kam und ihn nach einen Kondom fragte - es fehlte nur noch die passende Gelegenheit für Kai, Uruha damit aufzuziehen und somit würde vielleicht auch Uruha sich an einiges erinnern können.

"Hattest du noch deinen Spaß, nachdem du bei mir warst und nach einem Kondom gefragt hast?" grinste Kai und sah, dass Uruha’s Augen weit aufrissen.

"Wie bitte?!" fragte er darauf erschrocken und warf im selben Moment auch Kim einen Blick zu. Er glaubte, dass sie nur neben ihm in einem Bett lag, aber nicht gleich mit ihm geschlafen hatte. Aber er hätte es schon ahnen müssen, als er die leere Kondompackung und einige Taschentücher auf dem Boden liegen sah, als er aufgewacht war.

Innerlich hoffte Uruha, sich es nur eingebildet zu haben - aber Kai machte ihm deutlich, dass es nicht so war. Er hatte tatsächlich mit Kim geschlafen, nicht dass es schlimm wäre, nur hatte er jetzt ein ganz anderes Gefühl und nicht nur weil er jetzt wusste, warum Kim nichts unter dem Hemd trug und warum sie so schockiert über seine Worte war.

"Jetzt tu mal nicht so scheinheilig, Uru. Oder willst du tatsächlich sagen, dass du dich an rein gar nichts erinnern kannst?" fragte Kai und sah Uruha abwartend an, nachdem dieser endlich seinen Blick wieder auf Kai gerichtet hatte. Innerlich war Uruha verwirrt, mehr als er wollte.

Und plötzlich spielte sich vor seinem geistigen Auge alles ab, was passiert war - es war wie ein Film, in dem er mitspielte und es fühlte sich auch verdammt echt an.

"Schon gut." sagte Uruha nur und stand auf, sah nochmals Kim an und nun realisierte er, dass seine Worte sein nicht nur schockiert haben, sondern sie anscheinend traurig machten.

Was hatte sie sich denn erhofft?

Liebte sie ihn tatsächlich?

Natürlich fühlte Uruha sich unglaublich wohl in Kim’s Nähe, wahrscheinlich ist es auch mehr als das. Doch er war verwirrt, musste erst einmal realisieren, was Kai da eben gesagt hatte. Schweigend verließ Uruha dann die Terrasse und steuerte ins Badezimmer, während Kanae in diesen Moment auf die Terrasse kam und die Kaffeekanne auf dem weißen Tisch abstellte. Sie sah dann auch schon Kim’s Blick und wollte sich zu ihr gesellen, wenn Kai nicht seinen Kopf geschüttelte hätte und sie gebeten hätte, endlich die anderen zu holen. Natürlich tat Kanae dies ohne Widerworte, wahrscheinlich würde Kim ihr später von selbst erzählen, was nicht in Ordnung war.

Deutlich war Reita’s Stimme aus der Küche zu hören und genauso die von Aoi.

Irgendwie hatte Kanae dann das Gefühl, nicht sofort in die Küche zu platzen und sie glaubte auch, dass Aoi und Reita stritten.

Vielleicht irrte sie sich aber auch nur…

"Jetzt hör auf, dich wie ein beleidigtes Mädchen zu benehmen." meinte Aoi, der aufgestanden war und auf Reita zukam.

Reita konnte aber immer noch nicht ganz glauben, was das zwischen ihm und Aoi gelaufen war - doch war es nicht so, dass er es bereute. Nein, er bereute es nicht.

Es war nur ein verwirrendes Gefühl und doch konnte man es nicht als unangenehm bezeichnen. Reita war Aoi auch keineswegs böse oder auf irgendeine Art und Weise enttäuscht von ihm.

"Hör auf, so etwas zu sagen." meinte Reita. Er stand nun vor Aoi wie ein kleiner Junge, der von seiner Mutter ausgeschimpft worden war. Sein Blick war so unschuldig und schüchtern zugleich. Aber es hinderte Aoi nicht daran, dieses Gesicht zwischen seine Hände zu nehmen. Auch ihm war noch alles neu, auch wenn es Reita war.

Jedoch war er es, der noch nicht glaubte, dass er Reita nun zu hundert Prozent liebte. Würde Aoi ihm das so ins Gesicht sagen, so würde Reita’s Herz in tausend Scherben zerspringen und es würde ihn zerstören. Das wollte Aoi nicht, deshalb spielte er einfach mit und er kannte auch das Risiko - wahrscheinlich würden die Konsequenzen nur noch fataler sein.

Doch Aoi glaubte, dass es im Moment nicht anders ging und deshalb schwieg er.

"Benimm dich wie ein Mann und nicht wie eine Memme." hatte Aoi dann gesagt und drückte Reita an sich. Es war in der Tat sehr angenehm, ihn so in den Armen zu halten.

"Sag doch nicht immer so etwas! Ich will das nicht mehr, das habe ich dir doch schon gesagt." meinte Reita. Er spürte, wie Aoi’s Hände nach seinen griffen und diese fest gegen seine Brust drückten. Reita spürte deutlich Aoi’s Herzschlag.

"Du bist zu empfindlich, dass müssen wir ändern." grinste Aoi dann, als er Reita’s Hände los ließ. Aoi packte Reita und hob ihn auf den Küchentisch - er grinste immer noch.

Reita hingegen war es irgendwie unangenehm und gleichzeitig auch nicht.

"Was soll das werden? Die anderen warten bestimmt schon." meinte Reita sichtlich nervös. Er konnte sich einfach nicht daran gewöhnen, dass da mehr zwischen ihm und Aoi war als bisher.

"Lass doch die anderen oder hast du etwas Angst, dass uns jemand so sehen könnte?" fragte Aoi deutlich ernster - ihn schien es zu stören, dass Reita sich anscheinend dafür schämte, dass wohl mehr zwischen den beiden lief.

Liebte er Aoi denn nicht?

Er hatte es doch zur Genüge beteuert, also sollte es ihn auch nicht stören. Es gab keinen Grund zur Angst, denn die anderen ahnten es bereits und fanden es nicht einmal schlimm.

Warum Vorurteile haben?

Doch statt Reita auf Aoi’s Frage antwortete, schwieg er nur.

"Schämst du dich etwa?" fragte Aoi weiter und rüttelte Reita dabei leicht.

Aoi tat das Herz dabei weh und es war ihm selbst unbegreiflich - liebte er Reita doch mehr als erwartet?

Wenn es aber nicht so wäre, warum schmerzte es bei diesem Gedanken so in seiner Brust?

"Reita!" wurde Aoi nun etwas lauter und es erschrak Reita.

Aoi’s Blick erschrak Reita. "Schämst du dich?" hatte Aoi dann auch schon wieder gefragt und er sah Reita nun an - abwartend und hoffend zugleich.

"Ich weiß es nicht…Es ist komisch." sagte Reita leise und senkte seinen Kopf.

"Was ist komisch?" fragte Aoi weiter - irgendwie stieg der Verdacht, dass Reita sich tatsächlich schämte, stetig.

"Das alles hier. Alles, wonach ich mich im Stillen gesehnt habe." meinte Reita und sah Aoi wieder an. "Ich kann immer noch nicht glauben, dass das real sein soll, verstehst du?" fuhr Reita fort und legte dabei vorsichtig seine Arme um Aoi’s Hals - es schien so, als wolle er ihn nie wieder loslassen, als wolle er ihn nie wieder gehen lassen.

Er hatte Angst davor, Aoi irgendwann wieder zu verlieren und dann wieder allein zu sein. Natürlich würde es dann irgendwann wieder einen Menschen geben, in den Reita sich verlieben würde.

Doch ob er ihn genauso lieben würde wie Aoi?

"Du träumst nicht mehr, Kleiner." sagte Aoi sanft und streichelte mit beiden Händen Reita’s Wangen. "Das ist alles wahr." fuhr er fort und berührte dann vorsichtig mit seinen Lippen die von Reita. Reita spürte dann deutlich Aoi’s kaltes Piercing und es war angenehm. Doch dann zerrte er Aoi dichter an sich heran, wollte ihn ganz nah bei sich spüren.

"Ich lass dich nie wieder gehen." flüsterte Reita ihm ins Ohr, streichelte dabei Aoi’s Hals.

"Nie wieder, hörst du? Und wenn du es doch wagen solltest, mich je zu verlassen, dann bring ich dich um und danach mich selbst!" fuhr Reita fort.

Bei diesen Worten trieb es Aoi Tränen in die Augen und er verspürte deutlich Gänsehaut. Glich Reita’s Liebe tatsächlich schon an Wahnsinn?

Irgendwie machte es Aoi Angst, aber er erkannte auch den Ernst in Reita’s Worten.

"Das würdest du nie tun. Du bist viel zu weich dafür." versuchte Aoi es zu überspielen.

Er konnte nicht glauben, dass Reita so etwas je tun würde.

Aber Aoi würde es nie so weit kommen lassen oder vielleicht doch?

"Das sagst du?! Wenn ich will, kann ich zu allem fähig sein und das weißt du selbst!" meinte Reita. Er sah plötzlich so ernst aus, dass es gar Aoi fremd und auch unheimlich zugleich erschien.

"Ich liebe dich, begreif das doch endlich!" fuhr Reita fort und aus dem ernsten Mann wurde wieder der kleine Junge, den Aoi kannte und nicht anders haben wollte.

"Das weiß ich doch. Aber manchmal kannst selbst du mir Angst machen." sagte Aoi leise und ließ seinen Kopf auf Reita’s rechter Schulter sinken.

"Das eben hat mir gerade wirklich Angst gemacht." fuhr Aoi fort und krallte nun seine Finger in Reita‘s T-Shirt.

Noch nie hatte er geglaubt, dass Reita je so etwas sagen würde - dabei kannte er ihn doch besser, als irgendjemand sonst. Es war schon seltsam, auch unbegreiflich und langsam aber sicher glaubte Aoi, doch so etwas Starkes wie Liebe für Reita zu empfinden.

Anders konnte es gar nicht sein. Doch es fiel Aoi schwer, das als Realität zu betrachten. Dabei war es Reita und kein anderer, wahrscheinlich würde er sich auch in keinen anderen Mann verlieben können - eine Frau würde da schon eher ein Problem darstellen. Aber jetzt wollte Aoi keinen Gedanken daran verschwenden, denn jetzt war Reita hier und er liebte ihn. Er hoffte auch, dass er sich nicht selbst belog - aber dafür waren diese Gefühle, das Schmerzen seines Herzen viel zu stark und genau deshalb konnte es gar nicht anders sein.

"Ich….liebe…dich." sagte Aoi leise, fast unhörbar und hob seinen Kopf, sah direkt in Reita’s Gesicht - über seine Wangen rollten bereits Tränen, als Reita diese leisen und sanften Worte des Mannes wahrnahm, nach dem er sich seit Anbeginn ihrer ersten Begegnung gesehnt hatte.

Vermutlich war es das Schicksal, welches die beiden jetzt erst zusammen trieb.

"Sagst du die Wahrheit? Ist es keiner deiner Scherze?" hatte Reita unter Tränen gefragt.

"Nein, jetzt nicht mehr, nachdem es mir endlich klar wurde." antwortete Aoi und wischte vorsichtig Reita’s Tränen weg.

"Wolltest du nur mit mir schlafen?" fragte Reita nun weiter und zerrte ungeduldig an Aoi’s schwarzem Hemd. Er sah Aoi auch nur nicken und es war wie ein Stich in sein Herz. Ja, es tat unglaublich weh, so etwas zu hören. Doch gleichzeitig war es auch ein Gefühl von Erleichterung, denn jetzt lag die Wahrheit auf dem Tisch und nun war es anders.

"Ich wollte schon immer wissen, wie du so im Bett bist…ganz ehrlich. Ich war bis gestern eigentlich auch auf nichts anderes aus. Du kannst ruhig sagen, dass ich ein mieses Schwein bin. Aber schließlich bin ich auch nur ein Mann und irgendwo muss ich ja auch einmal Dampf ablassen können…tut mir leid, dass ich so unsensibel bin. Es ist aber die Wahrheit…" versuchte Aoi zu erklären - doch seine Worte schmerzten nur noch mehr in Reita’s Brust und es glich schon fast einem Krampf.

"Hör auf, es reicht." schluchzte Reita leise und sah verzweifelt in Aoi’s Gesicht.

"Das ist genug." fuhr er dann fort und schob Aoi von sich.

War er verletzt?

Glaubte Reita, sich in Aoi getäuscht zu haben?

Dabei war es nur die Wahrheit, die bis gestern noch existierte. Heute war sie Vergangenheit, denn Aoi kannte nun seine wahren Gefühle - sie waren das, was jetzt zählte.

Doch ob Reita diese Gefühle so einfach annehmen konnte?

Aoi’s Worte bohrten ein regelrechtes Loch in sein Herz, egal ob diese Worte nicht mehr stimmten. Es tat einfach nur schrecklich weh, brachte Reita dazu, noch mehr Tränen zu vergießen. Aber keiner von beiden - weder Aoi, noch Reita - wollte, dass es so endet.

Sie wollten es beide nicht. Nicht, nachdem sie endlich so weit gekommen sind.

Jedoch schien das noch nicht zu genügen. Es war plötzlich wie ein Puzzle, von dem ein Teil fehlte und auch unauffindbar zu sein schien.

Und nun, nachdem Aoi wieder Reita’s verbitterte Tränen sah, wünschte er sich, die Wahrheit nie ausgesprochen zu haben - dabei war Ehrlichkeit für ihn so wichtig und nun war es plötzlich falsch.

"Ich wollte nur, dass du das jetzt weißt. Aber wie mir scheint, war das ein großer Fehler und es tut mir auch schrecklich leid." meinte Aoi, der versuchte, wieder an Reita heranzurücken.

"Lass mich…lass mich in Ruhe. Ich muss dass erst einmal verdauen!" sagte Reita unter Tränen, als er vom Tisch sprang und anschließend aus der Küche stürmte.

Für Aoi war diese Reaktion verständlich und es tat ihm auch wirklich leid, ehrlich gewesen zu sein. Dabei wollte er nichts weiter, als das Reita endlich das erfuhr, was Aoi die ganze Nacht über wurmte und quälte, ihm Alpträume bescherte.

Wieso war plötzlich das Falsch, von dem man glaubte, dass es doch eigentlich richtig war?

Aoi begriff es nicht. Er stand nur da, hatte seine Hände so auf dem Tisch aufgestützt, dass seine Arme zu zittern begannen - dann hörte er plötzlich ein Räuspern. Als Aoi dann einen Blick zur Küchentür warf, sah er nun Kanae unmittelbar vor sich stehen.

Sie hatte in der Tat ein nettes, aber dennoch schüchternes Lächeln auf den Lippen.

"Tut mir leid." hatte sie gesagt. Aoi schüttelte jedoch nur seinen Kopf.

"Schon gut." meinte er und setzte sich nun auf den Küchentisch.

"Es tut mir leid, aber ich habe alles mit angehört. Eigentlich hatte mich Kai gebeten, euch zu holen, damit wir endlich anfangen können zu frühstücken." erklärte Kanae nun und sah in Aoi’s Gesicht - er nahm deutlich ihre Worte wahr und er blieb auch bei der Fassung.

"Das kann man jetzt nicht mehr ändern. Ich werde dir fürs Lauschen auch nicht den Kopf abreißen, aber ich bitte dich, tratsch es nicht unbedingt weiter." meinte Aoi.

Kanae nickte, trat dabei einen Schritt näher an Aoi heran.

"Ich denke, Reita wird deine Worte so hinnehmen, wie sie gesagt wurden. Aber lass ihm ein wenig Zeit." sagte Kanae vorsichtig.

Aoi musste bei ihren Worten auflachen. "Glaubst du? Ich nicht, dafür habe ich zu großen Mist gebaut. Reita ist dafür viel zu empfindlich." widersprach er und sah Kanae einen Augenblick lang unentwegt an - er musterte sie regelrecht. Aoi musterte dieses Mädchen mit den schulterlangen, schwarzbraunen Haaren und der schlanken Gestalt. Er sah jenes Mädchen an, welches ein kindliches, dennoch wunderhübsches Gesicht und dunkle Augen hatte. Er sah genau das Mädchen an, welches nicht ihm gehörte, denn auch er gehörte jemandem anderes. Aber das hinderte Aoi nicht daran, Kanae hübsch zu finden und sich gar eine Affäre mit ihr vorstellen zu können.

Doch diesen Gedanken schob er rasch beiseite. "Wenn er dich so liebt, wie ich es glaube, dann wird er sie so hinnehmen." sagte Kanae - dabei wurde ihr bewusst, dass, wenn sie Ruki wirklich liebte, auch seine Worte so hinnehmen sollte, wie er sie gesagt hatte.

Sie war es, die falsch gehandelt hatte und nicht Ruki. Doch das war hier nicht gefragt.

"Ich werde ihn nach dem Frühstück schon wieder richten. Das meintest du doch, oder?" abwartend sah Aoi Kanae an, sah sie lächelnd nicken und er wusste innerlich, dass es wahrscheinlich stimmen würde. Ja, ihre Worte würden stimmen.

"Wie läuft es mit Ruki?" hatte er dann auch schon gefragt und begann, Kanae von Neuem zu mustern - er beobachtete ihre Gestik und Mimik. Und nun wurde Aoi bewusst, dass, wenn alles zwischen ihm und Reita zerbrechen würde, so würde Aoi Ruki den Kampf ansagen und sich somit als Konkurrent bereitstellen - doch dazu müsste es auch Kanae wollen…

"Ganz gut soweit." antwortete Kanae, die einen kurzen Blick zum Küchenfenster warf.

"Reita hat dich beim Weinen erwischt, war etwas nicht in Ordnung?" fragte Aoi weiter.

Kanae sah wieder in Aoi’s Gesicht und stellte wieder fest, dass er ziemlich gut aussah. Trotzdem fand sie, dass er auch ziemlich neugierig war.

"Warum willst du das wissen?" entgegnete Kanae und sah Aoi lächeln.

"Man darf ja wohl noch fragen?! Egal, es geht mich auch nichts an. Ich will nur, dass du eines weißt: tut euch gegenseitig nicht unnötig weh." erklärte Aoi und sah, dass Kanae nur einen fragenden Gesichtsausdruck hatte. Aoi lächelte wieder.

"Was ich meine ist, dass ihr euch nicht betrügen sollt und dergleichen. Du weißt, was ich meine?!" fuhr Aoi fort und sah Kanae nicken.

"Ich versteh schon. Aber mach dir da mal keine Sorgen, denn es müsste erst dieser ´Mr. Perfect´ geboren werden, der es Wert ist, das zu tun." meinte Kanae, die Aoi beobachtete, wie dieser zur Küchentür lief. Er blieb stehen und hielt dabei kurz inne, drehte sich dann zu Kanae um.

"Ich vertraue deinen Worten und kann dich auch gut leiden, aber halte dich ja zurück, Ruki noch den anderen Arm zu brechen." grinste Aoi und verließ die Küche.

Kanae stand nun da, starrte zur Küchentür. Ja, dieser "Mr. Perfect", wie Kanae ihn nannte, musste tatsächlich erst geboren werden und es auch Wert sein, Ruki zu betrügen. Doch im Moment sah Kanae keinen Grund dafür, so etwas zu tun.

Und nicht nur Kanae betrachtete es so - jeder hier betrachtete es so. Aber wenn es da Schicksal so drehte, wie es wollte, so würden schneller die schwarzen Wogen schlagen als erwartet.

 

Kapitel 5

 

 

Wenn man es genau nehmen möchte, so ist bereits wieder viel Zeit vergangen - es ist die Zeit, die man am liebsten festgehalten hätte. Nicht, dass der eine Monat, der bereits vergangen ist, schlecht war, aber er hat nicht viel verändert. Auch wenn man es verzweifelt wollte. Kanae hatte Ruki bereits des Öfteren ihre Liebe gestanden, doch aus Ruki’s Munde kamen immer wieder dieselben Worte und Kanae hatte begonnen, es vorerst so hinzunehmen - vielleicht würde Ruki eines Tages genau das zu ihr sagen, was sie sich wünschte.

Aber wahrscheinlich war es doch noch viel zu früh…

Wusste Kanae denn genau, dass Ruki für sie dasselbe empfand und das es auch der richtige Zeitpunkt war?

 

Ruki war mittlerweile auch seinen Gips los, den er als Souvenir behalten und seine Jungs, sowie Kim und Kanae unterschreiben ließ.

Kim hingegen hatte, wenn man es so nennen möchte, eine "Affäre" mit Uruha, sie hatte starke Gefühle für ihn und wahrscheinlich war es auch umgekehrt der Fall, doch keiner von beiden hatte sich in Bezug auf Gefühle geäußert - wahrscheinlich war es wie bei Kanae und Ruki. Ja, vielleicht war es noch zu früh.

Während es bei Aoi und Reita völlig anders war - sie hielten Distanz zueinander, trotz dass sie sich ausgesprochen hatten, nachdem Aoi die Wahrheit auf den Tisch gepackt hatte. Jedoch könnte sich das auch wieder ändern…

Aber nichts desto trotz haben die Jungs von Gazette wieder angefangen Musik zu machen und haben langsam begonnen, Aufnahmen das Album "GAMA" zu machen. Sie hatten vom 7. Mai bis 28. Mai auch etliche Interviews und Fotoshootings bei diversen Zeitschriften wie SHOXX, Fool’s Mate und Arena 37. Sie landeten, wie es eigentlich auch schon öfters war, auf dem Cover einer dieser Zeitungen und dieses Mal waren die fünf Jungs auf dem Cover der Zeitung Arena 37..

 

Mittlerweile war es Juni - es war die Zeit, in der Reita bereits seinen 24.Geburtstag gefeiert hatte. Auch Kim hatte ihren 22.Geburtstag, doch weder Kim, noch Uruha oder jemand anderes konnte sie erreichen, um ihr gratulieren und nun war man dazu gezwungen, darauf zu warten, bis diese Gelegenheit wieder da war.

Und heute? Heute war für Uruha ein besonderer Tag, auch wenn er ihn wie jeden anderen fand. Ja, heute hatte Uruha Geburtstag, denn es war der 9. Juni und Uruha war nun 24.

Doch man hatte sich bereits für ihn etwas ausgedacht - etwas, was wahrscheinlich auch zu einem Punkt kommen würde, der alles änderte…

Kanae lag neben Ruki und lebte zwischen Schlaf und Wachsein. Sie hatte seit Tagen nichts mehr von Kim gehört, konnte ihr nicht zum Geburtstag gratulieren und ihr ihr Geschenk überreichen und sie hatte Kim auch nicht auf Arbeit gesehen.

Innerlich wusste Kanae aber, dass Toshi Kim wieder nicht gehen ließ. Dieser Gedanke quälte Kanae so sehr, dass sie unter Tränen neben Ruki eingeschlafen war - er war verwirrt über ihre Tränen, aber er fragte nicht nach. Auch er lag neben Kanae, hatte sie fest an sich gedrückt, trotz dessen, dass es warm war. Er liebte sie, liebte ihre Nähe und er wünschte, dass er sie nie wieder loslassen müsste - doch wann begriff Kanae das endlich? Sie schien Ruki tatsächlich in den Wahnsinn treiben zu wollen.

Vorsichtig streichelte Ruki über Kanae’s nackten Rückten, brachte sie zum Zusammenzucken und dazu, dass sie ihre Augen öffnete.

"Hast du gut geschlafen?" hatte Ruki sie vorsichtig gefragt.

Kanae richtete sich jedoch nur schweigend auf, rieb sich die Augen und sie brannten. Dann sah sie Ruki an, der sie anlächelte.

"Ich denke schon." sagte Kanae tonlos und griff nach ihrem Handy, welches neben ihr auf dem Nachtschränkchen lag - sie hoffte, dass Kim versucht hatte, sich bei ihr zu melden und somit Sicherheit zu haben, dass es Kim gut ging.

Doch es war nicht so. Kim hatte sich keineswegs versucht, sich bei Kanae zu melden.

"Wieder nichts?" fragte Ruki und sah Kanae abwartend an, die ihr Handy wieder beiseite legte. "Sie hat sich nicht gemeldet und langsam mache ich mir große Sorgen. Am besten fahre ich zu ihr und schaue selbst nach." meinte Kanae und ließ ihren Kopf zurück ins Kissen sinken. Vorsichtig beugte Ruki sich zu Kanae, nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und küsste sie.

"Ihr geht es bestimmt gut. Vielleicht hat Kim sich aber auch nur eine Sommergrippe eingefangen." versuchte Ruki Kanae zu beruhigen, nachdem er von ihr abgelassen hatte. Wenn es doch nur so wäre.

Aber Ruki kannte die Wahrheit nicht - er kannte Kim’s Qualen und Ängste nicht.

Woher denn auch?

Niemand - weder Kanae, noch Kim selbst - hatte je ein Wort über Kim’s Leben verloren. Niemand kannte das wahre Leben dieses Mädchens, obwohl einige Zeit vergangen war. Aber auch bei Kanae war es nicht anders, niemand wusste Genaueres über sie - außer ihr Alter, Geburtstag und Adresse. Es fragte bisher auch niemand danach, von daher ging Kanae und auch Kim davon aus, dass es anscheinend nicht wichtig war.

"Ich hoffe, du hast Recht." sagte Kanae nur, die schon wieder weinen wollte. Aber Ruki wollte nicht, dass sie weinte und er nahm wieder ihr Gesicht zwischen seine Hände.

"Jetzt hör auf, dir Sorgen zu machen. Ihr geht es gut, da bin ich mir sicher." versuchte er Kanae zu beruhigen und er küsste sie wieder. Er küsste ihren Hals, sodass es Kanae Gänsehaut bereitete. Er liebkoste ihren Oberkörper, sodass Kanae fast den Verstand verlor und einfach über Ruki herfiel.

Sie kannte mittlerweile seine Mittel und Wege, wie er Kanae auf andere Gedanken bringen konnte…

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update: 18-Feb-2008  
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