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S. > 30, 31

30

 

"Kanae, alles in Ordnung?" hatte Uruha, der Kanae als aller erstes bemerkte, während die anderen sich lautstark über eigentlich belanglosen Dinge amüsierten.

Kanae fiel unmittelbar vor dem Tisch laut schluchzend auf die Knie.

"Kanae, geht es dir nicht gut? Hey Leute, schaut doch mal!" reagierte Uruha erschrocken und nun waren alle Blicke auf ihn gerichtet. Kanae ging es soweit gut, nur ihre Emotionen wurden ihr zu viel. Kim hatte das ganze schon genau beobachtet und fuhr sich nur seufzend durch die Haare - von einer Sekunde zur nächsten konnte Kanae ihr doch nicht egal geworden sein.

"Kimi, es tut mir leid. Es tut mir alles so leid. Ich wollte keine dummen Sachen sagen…" schluchzte Kanae laut und wirkte wie ein Kind, das seine Mutter verloren hatte.

"Es tut mir wirklich leid. Du bist die einzige, die man mir nicht ersetzen kann." schluchzte Kanae weiter und warf Kim flehende Blicke zu.

Ruki wäre am liebsten sofort aufgestanden und zu Kanae gestürmt - doch hierbei handelte es sich um eine Sache, die ihm nichts anging.

"Jetzt geh schon zu ihr hin. Bitte, Kim." flüsterte Uruha Kim zu.

"Ich weiß ja nicht, was vorgefallen ist. Eigentlich geht es mich ja auch nichts an, aber mir wäre es lieber, ihr würdet euch verzeihen. Wir haben euch als unzertrennliche Mädchen kennen gelernt und so soll es doch auch bitte bleiben. Ich hasse Streit." äußerte sich Kai lautstark, während er sich mit einer zerknüllten Papierserviette beschäftigte und hin und wieder seine Blicke durch die plötzlich schweigende Runde schweifen ließ.

"Kimi…" wimmerte Kanae wie ein kleines Kind und eigentlich schmerzte es. Ja, in Kim’s Brust schmerzte es, aber irgendwie hatte Kanae es auch mal nicht anders verdient - obwohl eigentlich kein Grund dafür bestand. "Wäre sie mir nicht so wichtig, würde mir das egal sein. Und wie mir das egal wäre, aber es ist es nun mal nicht." meinte Kim nur, die schon selbst den Tränen nahe war, als sie aufgestanden war.

"Das ist alles irgendwie voll kitschig." bemerkte Reita leise, der nebenbei an seiner Flasche von der Marke "LIVEGUARD" nippte.

"Halt die Klappe, Reita." meinte Ruki seufzend und nippte anschließend an seinem Glas mit "Kirin Koiwai Apple".

 

Kim kam auf Kanae zu. "Du bist so ein dummes Mädchen, Kana." meinte sie nur und kniete sich ebenfalls ins Gras.

"Äh…, wir bringen das restliche Zeug in die Küche." sagte Ruki, der dann auch schon im Gänsemarsch mit den anderen nach drinnen verschwand.

"Ich weiß, dass ich dummes Zeug geredet habe. Aber seit gestern hatte ich dieses dumpfe Gefühl, als wolle man mich dir wegnehmen. Ich hatte auch so eine Scheißangst, als Toshi gestern plötzlich aufgetaucht war. Du weißt doch, dass ich ohne dich nicht kann und will." heulte Kanae plötzlich los und warf sich Kim regelrecht in die Arme.

"Ich werde immer bei dir sein, das weißt du doch. Und außerdem wird mich niemand dir wegnehmen, klar?" meinte Kim und es wirkte fast schon so, als würde sie mit einem dummen Kind reden. Dabei war das überhaupt nicht der Fall.

 

Seither waren Stunden vergangen und die einbrechende Nacht versuchte die letzten Sonnenstrahlen zu verdrängen. Obwohl sonst noch Radau im Haus der Jungs war, so war es dieses Mal relativ still - ja, es herrschte fast schon eine Totenstille. Es war eine Tatsache, die man so gar nicht kannte. Das einzige was man allerdings hören konnte, war das Plätschern des Wassers in beiden Badezimmern. Aber das war auch schon alles an diesen Abend. Sonst saß man vielleicht noch gemütlich beisammen und erzählte oder man sah zusammen einen Film. All diese Dinge schienen heute passe zu sein.

Warum eigentlich?

Vermutlich bereitete sich jeder der fünf Jungs mental auf den ersten Tag im Studio vor, nachdem doch schon soviel Zeit vergangen ist. Ja, es war in der Tat viel Zeit - vielleicht schon viel zu viel oder viel zu wenig. Es war eher schwer zu beschreiben.

 

Selbst der Morgen darauf verging wie im Flug, denn kaum war man mit einem Bein aufgestanden, so stand man mit dem anderen bereits im Studio. Für Kim und Kanae war es etwas völlig Neues, doch für die Jungs sollte es eigentlich Routine sein. Aber alles schien anders, sie standen wie Kinder, die zum aller ersten Mal in die Schule gingen vor ihrem Manager. Man konnte nicht sagen, dass dieser Mann unbedingt streng mit ihnen war, es war eher das Gegenteil und doch schien es ihn gewaltig zu stören, dass die Jungs sich so viel Zeit genommen hatten, das alles andere liegen blieb. Er fand es nicht in Ordnung.

"Und wie stellt ihr euch vor, wie es nun weitergehen soll?" fragte er und sah jeden einzelnen von den Jungs an, vor allem Ruki, welcher der eigentliche Auslöser dafür war.

"Es ist sehr viel Zeit vergangen. Zeit, die ihr wahrscheinlich gar nicht so schnell wieder rein bekommt, das ist euch schon klar? Die anderen Band, die bei uns unter Vertrag stehen, sind im Moment viel weiter als ihr." meinte er dann und fuhr sich durch die Haare.

"Es tut uns leid." sagte Uruha und räusperte sich dann kurz. "Aber durch Ruki’s Unfall kam alles in Verzug." meinte er dann und sah den Mann, der unmittelbar vor den fünf stand, nur auflachen und seinen Kopf schütteln.

"Lächerlich. Das ist einfach lächerlich, Uruha. Ruki hatte sich den Arm gebrochen, ja und? Heißt das etwa auch, das er deswegen nicht singen kann?" fragte der Manager und sah Uruha dabei abwartend an. Uruha machte dabei plötzlich einen eingeschüchterten Eindruck.

"Nein, natürlich nicht…" antwortete er leise und senkte seinen Kopf.

"Also, von persönlichen Problemen haben Sie wohl noch nie etwas gehört, oder?" fuhr Ruki dann dazwischen und spürte dann auch schon den rechten Ellenbogen von Aoi in der Seite und hörte nur, wie er sagte "Ruki, halt die Klappe!".

"Es ist doch so und ich werde nicht meine Klappe halten. Ich hatte persönliche Gründe, die nicht nur etwas mit meinem Unfall zu tun hatten." sagte er dann und trat ein Stück vor.

Doch der Manager, der eigentlich Katsuhito Kusaka hieß und gleichzeitig auch das Tourmanagement übernommen hatte, lachte nur wieder.

"Lass mich raten, Ruki. Dein persönliches Problem war eine Frau, richtig? Umsonst würden nicht solche Fotos existieren." meinte er dann und kramte Fotos hervor, die er Ruki in die Hand drückte. Es waren Fotos, auf denen er mit Kanae zu sehen war. Ruki erinnerte sich an die Zeit zurück - es war die Zeit, in der es gerade mit Kanae angefangen hatte. Dass man die beiden je beim Einkaufen erwischen und prompt fotografieren würde, ahnte Ruki nicht einmal. Er hatte es zwar nie ausgeschlossen, doch es kam nie in den Medien zum Vorschein.

"Wo sind die denn her?" fragte Ruki sichtlich erstaunt. "Es kam nie in die Medien." fuhr er dann fort und legte die Fotos auf den Tisch zurück.

"Tja, es lauern überall irgendwelche Fotomonster und du warst eben das Opfer." .

Ja, Ruki fühlte sich gerade wirklich wie ein Opfer.

"Aber es ist einfach kein Grund, deswegen einfach alles schleifen zu lassen. Ich hätte es verstanden, wenn jemand aus deiner Familie gestorben wäre. Aber wegen einer Frau? Ruki, was ist nur los mit dir? Ich erkenne dich gar nicht wieder. Allerdings möchte ich nicht nur dir allein die Schuld geben, schließlich sind alle anderen genauso Schuld daran. Vor allem du, Uruha. Du als Leader solltest doch mehr Verantwortungsbewusstsein besitzen, oder habe ich mich etwa all die Jahre in dir getäuscht?" fragte er dann Uruha, welcher vorsichtig seinen Kopf hob.

"Es war ein Fehler von mir, das gebe ich offen zu. Ich möchte es auch nicht leugnen, da es die Wahrheit ist. Es kommt nie wieder vor." erklärte er und wirkte wie ein kleiner Junge, der das erste Mal in seinem Leben Ärger bekommen hatte.

"Nun, das gilt für euch alle. Und du Aoi, du hättest als Ältester mal ein Machtwort sprechen können. Du bist sechsundzwanzig und kein kleines Kind mehr." meinte der Manager und beobachtete Aoi, wie er ihn nur erschrocken angesehen hatte.

"Äh,…." reagierte er bloß und lief plötzlich rot an, als wäre es ihm peinlich.

"Aoi hatte seinen Kopf ganz wo anders, das dürfen Sie ihm nicht übel nehmen. Er hatte schwer mit sich zu kämpfen, wahrscheinlich wäre es gar nichts mit der Musik geworden." fuhr Reita dann dazwischen und jeder hier Anwesende sah ihn nur verblüfft an.

"Das ist mir egal, Reita. Ihr habt alle Mist gebaut und nun seht gefälligst zu, wie ihr das wieder ausbadet. Es stehen Termine über Termine an, es kamen Beschwerden von den Zeitungen und nur, weil die Photoshootings verschoben werden mussten. Außerdem häufen sich eure Fanbriefe schon Kistenweise und wir wissen mittlerweile schon gar nicht mehr, wohin wir damit sollen. Also bewegt gefälligst eure Hintern hier raus und seht zu, wie ihr das alles hinbiegt. Wahrscheinlich müsst ihr hier wohl Nächte verbringen. Heute steht der erste Fototermin fest. Raus mit euch und eure Mädels sollen euch einen kräftigen Tritt in den Hintern geben, damit ihr endlich wieder in Gang kommt!" erklärte der Manager und scheuchte die Jungs raus.

Kim und Kanae hatten währenddessen vor der Tür gewartet und sahen dann nur, wie die Jungs auf die zukamen.

"Und? Wie ist es gelaufen?" fragte Kanae sofort, während die Jungs nur kopfschüttelnd seufzten.

"Wir haben gleich einen Fototermin und das heißt, wir müssen uns jetzt schminken lassen." erklärte Kai als erster und kaum hatte er das gesagt, kam auch schon die Zuständige Visagistin Asami Yamada hinzu. Sie war eine hübsche junge Frau von vielleicht 26 oder 27 Jahren. Mit den Händen in die Hüften gestützt stand sie nun lächelnd vor den Jungs.

"Also ehrlich, ihr seid mir ein paar Kerle. Ihr habt euch nicht ein einziges Mal blicken lassen, sag mal schämt ihr euch denn gar nicht?" fragte sie und blickte in die Gesichter der Jungs. "Ähm, na eigentlich nicht. Es ist eben viel passiert und davor konnten wir ganz einfach nicht weglaufen." erklärte Ruki, der dabei die Hände in die Hosentaschen steckte.

Asami lächelte. "Wie dem auch sei. Willkommen zurück bei PSCompany." meinte sie dann und kam auf jeden einzelnen der Jungs zu, den sie anschließend umarmte.

Kim war es jedoch irgendwie ein Dorn im Auge, als sie beobachten konnte, wie Uruha Asami gegenüber war und umgekehrt. Für jede einzelne Berührung, die er an Asami ausübte, würde sie Uruha lieber ohrfeigen. Es tat irgendwie unbeschreiblich weh. Aber es war schon irgendwie klar, das so etwas ans Licht kommen würde - Asami kannte die Jungs auch viel länger, als Kim und Kanae.

Aber schlimmer wurde es dann, als Asami Uruha einen Kuss auf die Wange gab und die Worte wahrnahm "Ich hab dich vermisst, Großer". Und Uruha erwiderte jede einzelne Geste von Asami und innerlich brachte es Kim bereits zum Kochen. Ja, sie war eifersüchtig und es war auch verständlich, schließlich liebte sie Uruha und das sogar sehr.

Kim räusperte sich kurz, um den Treiben ein Ende zu bereiten und Asami schien schnell zu begreifen, dass es Kim wohl zu stören schien, was Asami da mit Uruha tat. Rasch versteckte sie es mit einem Lächeln.

"Wen soll ich als erstes missbrauchen?" fragte sie dann.

"Ich geh freiwillig mit." sagte Reita und drängelte sich zu Asami vor und grinste.

"Ich habe nämlich keine Lust, so lange warten zu müssen." meinte er dann.

Asami lachte und zerrte Reita am T-Shirt. "Och, hast mich wohl vermisst?".

"’n bisschen." antwortete er und steuerte an Asami vorbei.

"Na gut, dann werde ich mich erstmal um den Kleinen kümmern. Ihr könnte euch in dieser Zeit ja mit euer Fanpost beschäftigen, es sind kistenweise davon da." erklärte Asami dann und verschwand mit Reita im Schlepptau.

"Wer war das denn?" fragte Kanae und wandte dabei ihren Blick in Asami’s Richtung.

"Das war die Stylistin von PSCompany. Sie ist zwar manchmal ganz schön zickig, aber sie ist vollkommen in Ordnung." erklärte Ruki und gähnte.

 

Kurze Zeit später…

 

"Oh mein Gott!" reagierte Kai erschrocken, als er die Kisten voller Fanbriefe entdeckte.

"Na dann viel Spaß." meinte Aoi, der sich an Kai vorbeidrängelte und nach dem Karton griff, auf dem sein Name stand.

"Wie lange sollen wir bitte schön daran sitzen? Da bin ich ja morgen noch nicht mit fertig!" seufzte Ruki, der sich bei dem Anblick der vielen Briefe die Hände vors Gesicht schlug. Darauf spürte er aber schon Kanae’s warme Hand auf seinem Rücken.

"Ich werde dir schon dabei helfen." lächelte Kanae und spürte dann nur, wie Ruki sie an sich heranzog und an sich drückte.

"Wenn ich dich nicht hätte." meinte er und hielt kurz inne. "Aber schlag mich bitte nicht, wenn die Mädels anzügliche Sachen geschrieben haben sollten." fuhr er fort und ließ von Kanae ab, wandte sich dann auch sofort seinem Karton zu. Später hatten sich dann auch Uruha und Kai ihren Kartons zugewendet. Kai fragte Kim auch prompt "Würdest du mir helfen, Kimi?" und sie schien auch keine Einwände zu haben. Sie wurmte die Sache von vorhin immer noch - er und Asami, das war ihr einfach nicht egal und sie konnte auch einfach nicht darüber hinwegsehen, auch wenn sie es vielleicht wollte. Aber es ist in den letzten Tagen viel zu viel passiert, sie hatte sich gestern noch mit Uruha gestritten und da konnte einfach noch nicht alles in Ordnung sein.

"Tja, dann fangen wir mal an, ne?" meinte Aoi lautstark, der sich wie ein kleiner Junge auf den Boden gesetzt hatte und angefangen hatte, seine Post zu studieren.

"So is that." sagte Uruha, der bereits erahnen konnte, dass etwas mit Kim nicht stimmte. Aber er wollte jetzt nicht darauf herumhacken, sondern ließ sich neben Aoi nieder und studierte nun seine Post.

Seither war etwas Zeit vergangen.

"Ruki, du kleiner Penner, was hat deine Post bei mir zu suchen?!" warf Aoi in den Raum und stand auf.

"Ich weiß es nicht." meinte Ruki, der allerdings weniger bei der Sache zu sein schien.

"Ich weiß es nicht? Sag mal, wo hängen deine Gedanken schon wieder? Ah, lass mich raten, du hast mal wieder solche Gedanken, die nicht weniger unanständig sind als du selbst es bist?!" grinste Aoi dann und warf die Briefe in seinen Händen in Ruki’s Karton, wandte sich dann weiterhin seiner Post zu.

"Guck mal Kai, die ist doch hübsch, oder?" fragte Kim, die angelehnt an Kai’s Brust lag und ihm das Foto eines Mädchens zeigte. Kim blicke dann in sein Gesicht und sah Kai grinsen. Es war immer sehr niedlich, wenn er grinste.

"Ja, schon. Aber du bist viel hübscher, Kimi." meinte er dann etwas schüchtern. Und ohne dass es Kim selbst bemerkt hatte, war sie etwas von Kai weggerückt und saß ihm nun gegenüber. Nochmals starrte sie auf das Foto in ihren Händen.

"Die hier ist doch aber auch hübsch, Kai." meinte sie. Wahrscheinlich wollte sie Kai’s Worte nicht hören und lenkte einfach davon ab.

Kai schüttelte seinen Kopf, dabei flogen wild seine Haare hin und her.

"Mensch, Kimi! Nie hörst du mir richtig zu!" sagte er dann und sah dabei wie ein schmollender Junge aus, der nicht das bekommen hatte, was er wollte.

"Du bist die Einzige, die ich hübsch finde und da können von mir aus hunderte Mädels mir ihre Fotos zusenden. Dich kann keiner ersetzen und dich gibt es nur einmal und außerdem will ich doch gar keine andere." erklärte er dann und man konnte deutlich beobachten, wie sich Schamröte auf Kim’s Wangen breit machte. Rasch senkte sie ihren Kopf. "Was redest du denn da, Kai?" fragte sie mit leiser Stimme und abgesehen davon, hatte Uruha bereits alles mitbekommen, schließlich war Kai nie einer der Leisesten.

Aber vorerst behielt er seine Gedanken noch für sich.

"Es ist nur die Wahrheit, Kimi. Du bist und bleibst die Einzige für mich. Ich lieb dich doch…" sagte Kai dann. Es war ein Liebesgeständnis und Kai war es egal, ob es nun Uruha hörte und das es auch vor allen anderen war.

"Kai, sag doch so etwas nicht." meinte Kim nur, die versuchte, es nicht ernst zu nehmen. Nicht, so lange die anderen, insbesondere Uruha, dabei waren.

"Hier, da ist noch Post von dir." meinte Uruha, der plötzlich hinter Kai stand und über diesem den Karton auskippte. "Viel Spaß damit." fuhr Uruha dann fort und verschwand mit dem leeren Karton nach draußen.

"Das war nicht sehr klug von dir, Kai." meinte Aoi nur, der dann anfing, sich mit Reita’s Fanpost zu beschäftigen. Währenddessen begegnete Uruha Reita im Flur und blieb stehen. Verwundert sah er diesen an. Für Uruha kam es beinahe so vor, als würde er Reita das erste Mal so aufgestylt sehen. Aber das war nur eine Kleinigkeit.

"Wenn du willst, kannst du jetzt zu Asami gehen. Ich bin dann fertig." erklärte Reita, der sein Nasentuch richtete und Uruha nur schweigend nicken sah.

"Das werde ich jetzt definitiv tun." meinte er dann und ließ Reita stehen. Reita sah Uruha noch hinterher, bis dieser ganz verschwunden war und betrat dann den Raum, in dem auch die anderen waren.

"Bin wieder da!" plärrte er nur und ließ die Tür laut ins Schloss fallen.

"Du kannst wieder gehen, dich hat nämlich keiner vermisst." grinste Aoi, der in Reita’s Karton stöberte und dann einen Teddybär in den Händen hielt, auf dem "Reita" aufgenäht stand und der ein Nasentuch im Gesicht trug.

"Ey du Penner, was machst du mit meiner Post?! Hast du nicht deinen eigenen Karton, in den du deine Nase reinstecken kannst?!".

Aoi schüttelte seinen Kopf. "Damit bin ich schon fast fertig. Ich war neugierig" sagte er dann und fuchtelte mit dem Teddybär in seinen Händen umher. "Hallo, ich bin der Reita und ich bin ein verfilzter, alter Teddybär und bin dazu auch noch ganz schön abgegriffelt. Toll, ne?" scherzte Aoi dann und lachte laut.

"Oh, da lässt wer das Kind raushängen. Haha, von wegen Teddybär, Aoi. Du bist doch schon so abgegriffelt." warf Ruki in den Raum und lachte anschließend. Wenn Kim hingegen so lachen könnte, wie es Ruki tat, so wäre ihr in diesem Moment viel wohler. Sie wollte einfach nicht glauben, dass Kai ihr tatsächlich ein Liebesgeständnis gemacht haben soll. Sie hielt es für nicht real.

"Entschuldige." sagte sie leise und stürmte aus dem Raum. Alle anderen sahen ihr nur verwirrt hinter her. "Was hat sie denn auf einmal?" fragte Kanae und wollte aufstehen, wenn Ruki sie daran nicht gehindert hätte. Kopfschüttelnd sah er sie an und deutete auf Kai, der Kim wohl nachlaufen wollte und Reita dabei unsanft, wenn auch nicht absichtlich, angerempelt hatte.

"Was ist denn hier los? Erst kommt Uruha mir entgegen und sieht aus, als hätte er geheult und nun drehen die beiden am Rad." seufzte Reita nur und bewegte sich auf Aoi zu, der immer noch den Teddybär in den Händen hielt und daran rumfummelte.

"Offensichtlich macht es dir Spaß, an einem Kuscheltier rumzufummeln, Aoi. Dabei dachte ich, du wärst aus dem Alter raus, um noch mit so etwas zu spielen." sagte Reita dann und riss Aoi den Teddybären aus den Händen.

"Der ist ja cool, der hat auch’n Tuch im Gesicht." grinste Reita, als er den Teddybären gemustert hatte und anschließend seinen Blick zu Aoi wandern ließ. "Den kriegst du nicht, das ist meiner." sagte er nur und ließ sich neben Aoi nieder. "Aber wir können ihn uns ja teilen." meinte er dann und lachte.

"Seid ihr beiden jetzt blöd in der Birne geworden?!" fuhr Ruki die beiden an und schüttelte seinen Kopf. Irgendwie war es ihm zu kitschig, obwohl er selbst schon oft genug das Kind raushängen ließ. Das Leben war bisher schon ernst genug.

 

 

31

 

"Kimi, warte doch mal!" rief Kai ihr nach, doch Kim schien es nicht zu hören. Das alles war ihr zu viel - sie fragte sich nur "Wie konnte er nur?". Ja, wie konnte Kai nur so etwas tun, wo er doch wusste, das Kim Uruha liebte und ihn immer lieben würde. Er wollte es nicht sehen, er hatte lange genug seine Gefühle verdrängt und sie immer wieder aufgetürmt. Es tat ihm furchtbar weh und von Tag zu Tag wurde es immer schlimmer. Wenn er es nicht raus gelassen hätte, hätte es ihn irgendwann wahnsinnig gemacht. Und selbst jetzt schien es fast an Wahnsinn zu grenzen.

"Kimi!" wurde Kai lauter, als sie dann schon das Gebäude verlassen hatten, welches von einem hohen Zaun von den anderen Gebäuden abgegrenzt war. An fast jeder Ecke standen Sicherheitskameras und Laternen.

Kai hatte es nun endlich geschafft, Kim am Arm festzuhalten und sie an sich zu reißen.

"Warum hast du das gemacht? Warum, Kai?" fragte sie ihn dann und irgendwie erschien sie fast schon hysterisch dabei.

"Ich habe es gemacht, weil es in mir drinnen wehgetan hat, Kimi. Es tut schon sehr lange weh und auch jetzt noch. Ich dachte, wenn ich es dir sage, dass es dann nicht mehr wehtut, aber vergebens. Es tut furchtbar weh, Kimi." erklärte Kai, der Kim’s Gesicht zwischen seine Hände genommen hatte und sie einfach nur ansah. Sie beobachtete, wie ihr plötzlich Tränen über die glühenden Wangen rollten, die Kai ihr dann wegwischte.

"Ich wollte einfach nur, dass es aufhört. Tag für Tag wünschte ich mir nichts sehnlicher, als es dir zu sagen und dann glauben zu können, dass das alles hier aufhört. Aber bisher war immer das, was ich angefangen habe, vergebens….ich wollte nur nicht aufgeben, ich wollte stark sein. Doch sieh mich an, es hat sich einfach nichts geändert. Ich konnte und wollte es einfach nicht ändern. Mir ist es auch egal, was Uruha jetzt von mir denkt. Ich bin ihm zuvor gekommen, nur weil er sich selber immer noch nicht im Klaren ist. Manchmal habe ich mich wirklich gefragt, wie du das nur aushalten kannst." fuhr er fort und küsste Kim prompt. Nicht, dass es nicht schön war, doch die Tatsache, das Kim plötzlich an Uruha denken musste, schien es ihr nicht zu erlauben und sie stieß Kai von sich.

"Nein, das dürfen wir nicht, Kai. Lass das, ja? Ich will das nicht." sagte sie unter Tränen und entfernte sich immer weiter von Kai. "Es tut mir leid. Es tut mir schrecklich leid." schluchzte sie dann, als sie dann schon mit dem Rücken an der Blechtür stand, die zur Straße führte. Sie hörte deutlich das Fahrgeräusch der Autos, die die Straße entlangfuhren.

"Ich versteh dein "Es tut mir Leid" nicht, Kimi. Warum tut es dir leid? Wovor hast du Angst? Hast du Angst, das Uruha jeden Moment vorbeikommen könnte und dir eine Szene macht? Kimi, ich will nicht mehr leiden müssen." meinte Kai nur, der mit gesenktem Kopf vor Kim stand. "Bisher habe ich mich immer zurückgehalten, nur wegen Uruha. Ich dachte, er würde dir endlich das geben, was du dir so sehr wünschst. Aber dann hatte ich Angst, auszubrechen und ihn zu verprügeln. Er hat dir immer wehgetan und dich für Sex ausgenutzt. Man kann nicht in ihn hineinsehen, er ist unergründlich. Meinst du, er liebt dich? Meinst du, Uruha liebt dich genauso, wie du ihn?". Nun war Kai bereits selbst den Tränen nahe und es steckte viel zu viel Wahrheit in seinen Worten, als das man sie als unrealistisch bezeichnen könnte. Es war nur die Wahrheit und sie schmerzte so unerträglich.

"Ich habe bisher immer alles von ihm zugelassen, ohne eigentlich zu wissen, ob nun Gefühle dabei im Spiel waren oder nicht. Eines Tages hätte es uns beide kaputt gemacht, alles fängt schon an, wie Glas zu zerbrechen. Vielleicht hätte ich es beenden sollen, als es noch gar nicht soweit war . Vielleicht hätte ich es gar nicht erst anfangen sollen. Wenn ich manchmal sehe, wie Kanae wegen Ruki leidet, so wünsche ich mir immer, nicht genauso wegen Uruha leiden zu müssen. Aber ich tue es trotzdem und nun umso mehr, wegen dir." meinte Kim, die einfach die Klinke der Blechtür öffnete und den Gehweg betrat.

"Was soll das, Kim´?" fragte Kai nur erstaunt und näherte sich Kim.

"Ich werde mir jetzt ein Taxi nehmen und zu Kanae’s Wohnung fahren. Ich werde solange da bleiben, bis sich die Lage beruhigt hat. Jetzt im Moment möchte ich weder Uruha noch dich sehen. Ihr würdet euch nur die Köpfe einschlagen, wenn ich bleiben würde. Ich weiß, dass es feige von mir ist, davonzulaufen. Aber was hättest du an meiner Stelle getan, Kai? Hättest du nicht genauso gehandelt, wenn es dir möglich gewesen wäre?" fragte Kim nun. Sie stand vor Kai wie ein eingeschüchtertes Schulmädchen.

Der Blick in ihrem Gesicht wollte Kai’s Herz in Stücke reißen. Es drückte so schwer in seiner Brust, dass Kai angefangen hatte, einfach loszuheulen.

"Ich liebe dich, Kimi. Ich liebe dich, geh nicht weg von mir." flehte er dann schon regelrecht und fiel vor Kim auf die Knie, hatte sie an den Hüften zu sich herangezogen und sein Gesicht gegen ihren Bauch gedrückt. Man könnte fast meinen, ihm wollte man das Wichtigste in seinem Leben wegnehmen und das ohne Kim nichts mehr für ihn einen Sinn machen würde. Sie war wie eine Droge für ihn, ohne sie konnte und wollte Kai nicht.

"Du darfst nicht gehen und wenn du es schon nicht für mich tust, dann bleib wenigstens wegen Kanae. Sie braucht dich doch und du brauchst sie." wimmerte er wie ein kleines Kind. So erlebte Kim Kai zum allerersten Mal und es tat irgendwie unglaublich weh, ihn so zu sehen. Aber wahrscheinlich sollte es so sein und wahrscheinlich war es auch nicht anders vorgesehen - für jeden im Leben wurde ein Buch geschrieben, sollte das hier etwa schon das End für ihres sein oder für das von Kai?

Nein, das wollte Kim nicht, nicht jetzt und nicht so. Konnte man es nicht noch ein bisschen hinausschieben? Konnte man ihr nicht noch ein bisschen Zeit geben?

"Kimi, sag etwas. Bitte sag etwas." flehte Kai und sah zu Kim auf.

Ihre Tränen tropften in sein Gesicht.

"Ich frage mich gerade, was das Schicksal wohl für uns vorgesehen hat. Ich weiß es nicht und irgendwie habe ich Angst davor, es zu erfahren. Ich möchte, dass es nicht so wie bisher bleibt. Ich möchte, dass wir alle glücklich sind. Alle Menschen sollten glücklich sein, vor allem diejenigen, die noch nie Glück erfahren haben. Aber ich kann jetzt nichts anderes mehr tun, als wegzulaufen und dann wiederzukommen, wenn sich die Wogen gelegt haben. Irgendwann bin auch ich mit meinen Kräften am Ende und brauche etwas Zeit." meinte Kim und drückte Kai vorsichtig von sich weg. "Nur etwas Zeit. Mehr brauche ich nicht. Vielleicht komme ich dann auch etwas besser damit zurecht, dass das, was zwischen mir und Uruha ist, nur Bettgeschichten sind. Vielleicht bin ich dann bereit, dir offen in die Arme zu rennen. Doch jetzt brauche ich Zeit." fuhr sie fort und entfernte sich immer weiter weg von Kai, welcher aufgestanden war und versuchen wollte, Kim zurückzuholen, als plötzlich ein Mann hinter Kim stand und ihr den Lauf einer Pistole an den Kopf hielt, während er ihr mit der anderen Hand den Mund zu hielt.

"Nette Geschichte, aber die ist hiermit beendet, Kleiner. Kim kommt jetzt mit mir mit und du wirst nicht versuchen, sie aufzuhalten, sonst sehe ich mich wohl oder übel dazu gezwungen, dir den Schädel wegzupusten. Kim gehört mir und keiner von euch Schwuchteln wird sie kriegen, damit das klar ist?!" zischte er und es handelte sich dabei nur um Toshi. Doch was machte er hier? Warum war er hier? Woher wusste er, dass Kim hier war? Es konnte unmöglich ein Zufall gewesen sein. Nein, dazu war er sich viel zu sicher, statt überrascht darüber zu sein, der Kim hier war.

"Nimm deine Pfoten von Kimi!" wurde Kai dennoch laut, auch wenn in ihm Angst, die sich rasch in Panik verwandelt hatte, aufstieg. Er zitterte, das sah man ihm an und doch war ihm gerade alles egal. Nur Kim, ja, nur Kim nicht. Wahrscheinlich wäre er sogar dazu bereit, für sie zu sterben - aber so lange es für Kim war, so lange würde es ihn glücklich machen.

"Uh, ich bekomme schon weiche Knie! Denkst du, du kannst mir etwas anhaben? Würdest du einen falschen Schritt machen, dann wär’s das gewesen." grinste Toshi, bis er plötzlich merkte, wie Kim ihm in die Hand gebissen hatte.

"Kai, hau ab! Geh rein, sonst knallt er dich ab!" heulte Kim auch schon los und versuchte sich von Toshi loszureißen. Kai schüttelte jedoch nur seinen Kopf, während ihm ein Strom aus Tränen über die Wangen lief. "Das ist mir egal, solange es nur für dich ist." meinte er und bewegte sich weiterhin auf Kim und Toshi zu.

"Das ist doch irre, Kai! Hau endlich ab! Hau doch endlich ab verdammt!" heulte Kim, bis Toshi ihr einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf verpasste und sie bewusstlos vor ihm zusammensackte.

"Kimi!" wollte Kai schreien, wenn er nicht plötzlich das Gefühl hatte, das ein Kloß in seinem Hals stecken würde und ihn daran hinderte, los zu schreien. Toshi richtete sofort die Pistole auf Kai. "Du bleibst stehen und du hast das hier nie gesehen, klar? Wenn ihr die Bullen ruft, kann ich für nichts garantieren." erklärte Toshi - ja, er war wahnsinnig und nun begriff Kai, was für eine Angst Kim durchstehen musste.

Es war ein Alptraum. Es war ein realer Alptraum und Kai drohte davor, zusammenzubrechen, als er zusehen musste, wie Kim in ein dunkles Auto gepackt wurde.

Er war wütend. Er war wütend auf sich selbst, weil er Kim nicht helfen konnte und es brannte wie Feuer in seiner Brust. Seine Hände, die er zu Fäusten zusammengeballt hatte, zitterten und trotz, das man ihm androhte, sterben zu müssen, kam er auf Toshi, der soeben ins Auto steigen wollte, zugestürmt. Sein Gesicht war bereits rot vor Wut.

"Du mieses Schwein wirst Kim nicht mitnehmen! Sie bleibt hier!" fuhr Kai ihn dann an, womit Toshi überhaupt nicht gerechnete hatte und doch brachte es ihn nur dazu, lautstark über Kai’s Worte zu lachen.

"Sie bleibt hier!" wiederholte Kai. Plötzlich fiel ein Schuss und dieser hallte noch ewig in den Straßen, bis Kai auf die Knie fiel und zusehen durfte, wie man ihm Kim wegnahm. Wie man ihr vor seinen Augen wehtat.

Warum konnte er ihr nur nicht helfen?

Es war einfach viel zu grausam.

"Kimi…" heulte Kai, der sich den rechten Arm hielt. Toshi hatte ihm glücklicherweise nur einen Streifschuss verpasst und der Schock saß tief in Kai’s Knochen.

Der linke Ärmel seines weißen T-Shirts war bereits blutdurchtränkt und auch an seiner rechten Hand klebte Blut. Es schmerzte, als wolle man ihm dem Arm rausreißen. Doch der Schmerz in seiner Brust war viel schlimmer…

 

"Hört endlich auf, an diesem Teddybären rumzufummeln. Das könnt ihr später immer noch zu Hause und wenn wir nicht dabei sind. Dann könnt ihr so viel fummeln, bis ihr gar keine Lust mehr habt." meinte Ruki, der das Treiben von Aoi und Reita beobachtet hatte, während Kanae immer noch mit seinen Briefen beschäftigt war.

"Alle wollen sie ein Kind von dir und sogar heiraten. Dann wollen sie dich küssen und könnten sich sogar vorstellen, mit dir Sex zu haben…Oh mein Gott! Was hast du bloß für Fans, Ruki?" fragte Kanae die den Stapel Briefe, der auf ihrem Schoß lag, beiseite räumte.

Ruki grinste. "Meine Fans finden mich halt geil, deswegen würden sie sogar mit mir ins Bett steigen." sagte er dann und räusperte sich kurz. "So einen Gedanken könnte man doch glatt in Erwägung ziehen." meinte er dann und spürte darauf Kanae’s stechenden Blick in seinem Rücken, während Aoi und Reita grinsten.

"Oh, wenn diese Blicke töten könnten! Also in deiner Haut möchte ich dann lieber nicht stecken, Ruki." meinte Aoi, der angefangen hatte, Reita mit dem Teddybären zu schlagen.

"Hörst du mal auf, mich mit diesem Ding zu schlagen?" fragte Reita nur und versuchte sich dagegen zu wehren, wenn Aoi nicht immer etwas schneller wäre als er.

"Nö, mir macht es gerade Spaß." meinte er und streckte Reita die Zunge entgegen, in die er dann auch schon gebissen hatte.

"Aua, das tut weh." versuchte sich Aoi zu äußern, bis Reita dann von ihm abließ und ihm zusätzlich den Teddybären weggenommen hatte, den er in den Karton warf.

"Na ja, ich glaube eher weniger, dass du dir vorstellen kannst, dass das sogar Männer schreiben. Oder würdest du sogar mit einem Mann ins Bett steigen?" fragte Kanae dann, als die Tür aufflog. Vorerst verdeckten Schatten Kai’s Arm und auch sonst schien nichts weiter auffällig an ihm zu sein, als Kai plötzlich auf die Knie fiel. Rasch hatte Kanae sich aufgerichtet und war auf Kai zugestürmt, genau wie die anderen. Reita hätte es beinahe geschafft, hinzufallen, weil er über seine eigenen Füße gestolpert war.

"Kai, geht es dir nicht gut? Wo ist Kim?" fragte Kanae auch so fort und packte ihn an den Oberarmen. Rasch zog Kai seine Arme zurück und Kanae sah das Blut an ihrer rechten Hand. "Scheiße, er blutet ja!" fuhr Ruki erschrocken auf und kramte aus seiner Jackentasche sein Handy, um einen Arzt zu verständigen.

"Was?! Kai, was ist denn passiert? Wieso blutest du? Was ist mit Kim? Geht es ihr gut?". Es waren so viele Fragen und keine einzige wollte Kai in diesem Moment beantworten.

"Kimi…sie ist weg. Kimi ist weg." murmelte Kai vor sich hin. Er schien wie in Trance verfallen zu sein und irgendwie nahm er das, was um ihn herum passierte, gar nicht wahr.

"Kim ist weg? Wo ist sie hingegangen? Kai, jetzt sag doch was, bitte!" flehte Kanae, während sie Ruki einen kurzen Blick zugeworfen hatte, während der telefonierte.

"Was ist denn passiert, verdammt noch mal?!" fragte Aoi dann.

Wahrscheinlich hatten alle in diesem Moment ein ungutes Gefühl, welches sich langsam aber sicher zu bestätigen schien.

"Kimi… er hat sie geschlagen. Kimi ist bewusstlos geworden und er hat sie mitgenommen. Er hat sie einfach mitgenommen." murmelte Kai und man hatte beinahe schon das Gefühl, einen dummen Jungen vor sich sitzen zu haben.

"Wer, wer hat Kim mitgenommen?" fragte Kanae, deren Herz augenblicklich zu rasen begann und sie zum Zittern brachte. "Wer war das Kai? Wer hat sie geschlagen?" fragte sie weiter, obwohl sie wusste, dass Kai nicht in der Lage dazu war, so darauf zu antworten, damit man es auch verstehen konnte.

"Wer war es? War es Toshi?". Kanae rannen plötzlich Tränen über die Wangen und sie starrte Kai mit ihren glasig gewordenen Augen Kai an.

"Kimi…" heulte er nur und zitterte, schlug sich seine blutigen Hände vors Gesicht.

"Scheiße…irgendetwas muss passieren. Sofort!" meinte Aoi dann, der von Kai’s Anblick so mitgenommen war, das es ihm selbst schon die Tränen in die Augen trieb.

"Kimi!" schrie Kai dann plötzlich los und es hallte durch das ganze Zimmer. Erneut flog dann die Tür auf, in der dann Uruha stand und dessen Blick sofort zu Kai wanderte.

"Was ist denn hier los? Ist jemand gestorben?" fragte er nur. Doch damit brachte er Kanae dazu, aus dem Zimmer zu stürmen. Er wusste nicht einmal, was überhaupt passiert war. Er wusste nicht, weshalb Kai und auch die anderen auf dem Boden hockten, als würden die trauern. Trauern, ein Wort welches vielleicht in nächster Zeit mehr als nur grausam werden könnte.

"Kim, sie ist weg. Jemand hat sie mitgenommen." erklärte Ruki, der soeben sein Handy aus den Händen legte. Natürlich verstand Uruha nicht sofort, was er damit eigentlich gemeinte hatte - doch innerlich wusste er es.

"Mitgenommen?" fragte Uruha nur.

"Du Idiot! Ihr Macker hat sie verschleppt!" fuhr Aoi ihn an und stand auf. Man konnte darauf deutlich beobachten, wie sich Uruha’s Augen weiteten.

"Verschleppt? Du willst mich verarschen? Wann soll das passiert sein?" fragte Uruha weiter und zerrte Aoi dabei am Kragen seines Hemdes.

"Es muss vor ein paar Minuten gewesen sein. Kai,…hat es sehr mitgenommen und außerdem ist er verletzt, er braucht einen Arzt." erklärte Aoi etwas ruhiger und riss sich von Uruha los, ließ sich dann auf einen der Stühle nieder.

"Nein, das glaube ich nicht!" wurde Uruha fast schon hysterisch und verschwand aus dem Zimmer. Er liebte Kim und umso größer wurde die Angst um sie.

Dicke Tränen rannen ihm bereits über die frisch geschminkten Wangen und sie hinterließen helle Streifen auf seinem Gesicht - es ging ihm gerade genauso wie Kanae.

Sie stand draußen und sie konnte deutlich Kai’s Blutspuren folgen, die bis zu der Blechtür reichten. Kanae rannte nach draußen und wieder war da nur Blut und etwas Glänzendes.

"Kimi, warum tust du mir das an?" wimmerte Kanae und fiel auf die Knie. "Kimi…" heulte sie dann los und griff nach diesem glänzenden Gegenstand. Wie gebannt starrte Kanae auf einen Ohrring. Er gehörte Kim, das wusste Kanae genau und umso schlimmer wurde die Tatsache, das Kim verschleppt wurde. Verschleppt von ihrer größten Angst.

Kanae hörte dann plötzlich Schritte und ein schnelles Atmen, gemischt mit einem Schluchzen. Dennoch drehte Kanae sich nicht um, erst als das Geräusch ertönte, wenn man auf die Knie fiel.

Sie blickte in das Gesicht von Uruha, welcher sie nur fassungslos anstarrte.

"Wenn du um sie weinst, dann weine wenigstens nicht alleine…" schluchzte er und riss Kanae an sich, weinte mit ihre. Es war das erste Mal, das sie Uruha so erlebte.

Aber das war jetzt egal.

 

 

Ob du morgen wohl zurückkommst…?

 

 

Kapitel 10

 

"Ich merkte sofort, dass mir etwas entrissen wurde. Mir wurde etwas Wichtiges, etwas Unentbehrliches gestohlen. Man hat es mir weggenommen, als hätte es mir nie wirklich gehört. Ich wollte laut schreien, damit mich die ganze Welt hören kann, aber ich konnte es nicht. Tränen machten es mir unmöglich, ließen meinen Schrei verstummen und als ich in sein weinendes Gesicht sah, wusste ich, dass es kein Traum sein konnte."

 

 

 

 

Man hatte aufgehört danach zu fragen, wie viele Stunden an diesem Morgen, der wie der letzte erschien, vergangen sind. Eine grausame Stille war in das Haus der Jungs eingekehrt und es hinterließ einen Eindruck von Einsamkeit. Die Strahlen der Morgensonne, die durch die offene Terrassentür fielen, waren anders als sonst.

Ein kurzes Räuspern war zu hören und ein neu angebrochenes Schluchzen schien den Leitfaden für den heutigen Tag zu ergeben - für diesen Tag und wahrscheinlich auch für die nächsten. Vielleicht ähnelte dieses Szenario dem, als wenn jemand gestorben wäre.

In gewisser Hinsicht stimmte dies sogar, denn man trauerte. Man trauert um den Verlust eines Menschen und weil man ihm nicht helfen konnte, auch wenn man es gewollt hätte.

Dachte man daran, brach man in Tränen aus und es schien unvermeidlich.

 

"Hör auf zu weinen, bitte." ertönte Aoi’s tiefe, dennoch sanfte Männerstimme auf der Terrasse und brachten Kanae zum Zusammenzucken. Rasch wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. "Es ist schlimm genug." meinte er dann. Ja, alles war schlimm genug.

"Wo ist Ruki?" fragte Kanae mit tränenerstickter Stimme und versuchte dabei, nicht erneut in Tränen auszubrechen. Aoi strich ihr die Tränen aus dem Gesicht, dessen leichte Sommerbräune plötzlich verschwunden war und es einfach nur krank erscheinen ließ.

"Er ist mit Uruha ins Studio gefahren. Unser Manager wollte über den gestrigen Vorfall Genaueres wissen." erklärte Aoi, dessen Hände Kanae’s Gesicht hielten.

"Was ist mit Kai?" fragte sie weiter.

"Stimmt, du warst eingeschlafen und bist so schnell nicht wieder aufgewacht. Seit gestern ist er im Krankenhaus. Er hat eine Menge Blut verloren, obwohl es nur ein Streifschuss war. Reita habe ich gebeten, bei ihm zu bleiben. Ich konnte es einfach nicht, auch wenn Kai mir Leid tut. Ich glaub das alles immer noch nicht. Knall mir eine, damit ich weiß, dass das hier kein Traum ist. Bring mich bitte zum Schreien, ich will wissen, ob das alles hier echt ist. Diese verfluchte Welt ist zum Kotzen!" meinte Aoi und riss Kanae einfach an sich. Ja, er verfluchte diese Welt nun wirklich. Man konnte nichts anderes, als dies zu tun.

"Er brauchte jemanden bei sich und Reita meinte, es wäre kein Problem für ihn und er hatte auch schon angerufen. Ich frage mich, ob er überhaupt geschlafen hat." erklärte Aoi dann und streichelte vorsichtig Kanae’s Rücken.

"Das ist alles so furchtbar grausam. Und was soll jetzt mich Kai werden? Wird er wieder nach Hause kommen? Bitte sag was, Aoi." flehte Kanae schon regelrecht und krallte sich an Aoi’s schwarzem Achselshirt fest. "Bitte sag mir, das alles wieder in Ordnung kommt." schluchzte sie dann und man könnte fast sagen, sie wolle Aoi gar nicht mehr loslassen.

Er schüttelte seinen Kopf. "Ich weiß es nicht." sagte er nur und sah dabei in Kanae’s verheultes Gesicht. "Ich kann es dir nicht sagen. Wir müssen abwarten, etwas anderes können wir jetzt nicht tun." meinte er dann. Ja, warten. Wie lange sollten sie warten?

Wie lange sollten sie auf Kai warten?

Wie lange sollten sie auf Kim warten?

"Warten,…ja, wir müssen warten. Ob dann alles wieder in Ordnung ist? Vielleicht kommt Kim auch wieder." murmelte Kanae und schob Aoi vorsichtig von sich.

"Was redest du da?" fragte Aoi nur und beobachtete Kanae dabei, wie sie die paar Stufen, die von der Terrasse aus in den kleinen Garten führten, hinunter lief und inmitten des Gartens stehen blieb.

"Kanae?". Kanae schien Aoi nicht wahrzunehmen, sie war wie ein wandelnder Geist.

"Vielleicht ist das jetzt die passende Gelegenheit, mit dir zu reden, Aoi." sagte Kanae dann plötzlich und drehte sich zu Aoi, welcher nun unmittelbar vor ihr stand, um.

"Worüber sollten wir reden? Wir haben immer geredet." meinte er. Aoi verstand nicht, was sie damit sagen wollte. Worüber sollten sie denn reden?

"Erinnerst du dich noch daran, was du vor ein paar Tagen in der Küche zu mir gesagt hast?

Warst du es nicht, der zu mir gesagt hat, er wäre in mich verliebt und er verstehe es selbst nicht ganz? Warst du es nicht, Aoi?" fragte Kanae dann auch schon - aber wie kam sie darauf? Vor allem jetzt, wenn es doch eigentlich gar nicht hier her passte.

"Äh,…" reagierte Aoi nur verwirrt und sah Kanae dabei an, als wüsste er gar nicht wovon sie da eigentlich redete. Aber wusste ganz genau, was sie meinte - nur störte es ihn, dass es ausgerechnet jetzt war. Als sie sich dazu äußern konnte, war sie nicht bereit dazu und war einfach davor weggelaufen. Jetzt, wo es allen so schlecht ging, fing sie damit an. Für Aoi war es ein Ding der Unmöglichkeit.

"Ich kann dir nicht ganz folgen. Jetzt, wo es dir so schlecht geht, kommst du mit solchen Sachen zur Sprache. Aber als du es solltest, hast du es nicht getan und bist stattdessen einfach weggelaufen." meinte Aoi und bewegte sich vorsichtig auf Kanae zu.

"Das passt jetzt einfach nicht hier her." sagte er dann.

"Das ist mir egal. Ich weiß, dass es eigentlich ein unmöglicher Zeitpunkt ist. Aber jetzt haben wir die Möglichkeit, das endlich auszudiskutieren. Ich will nicht immer an gestern denken müssen, vielleicht hilft mir das ein bisschen." meinte Kanae, die sich auf einen der Gartenstühle zu, auf dem sie sich dann niederließ.

"Ja, aber trotzdem. Es kann doch nicht sein, dass du das ausgerechnet jetzt tun willst?!". Aoi verstand Kanae in diesem Moment überhaupt nicht.

"Ich will es aber jetzt tun und nicht, wenn die anderen dabei sind. Es geht doch sonst niemandem etwas an." meinte Kanae und lehnte sich nach hinten. Die Sonne warf warme Strahlen und dennoch brachte es Kanae Gänsehaut, als eine leichte Brise über ihre Haut fuhr. "Du bist unmöglich." sagte Aoi, der sich auf den anderen Stuhl niederließ und mit angewinkelten Beinen in den Himmel starrte.

"Wie soll es deiner Meinung nach weitergehen? Du wirfst mir Dinge an den Kopf, von denen du nicht mal selbst eine Ahnung hast. " begann Kanae dann auch schon und wahrscheinlich vergingen seither Stunden. Irgendwie tat es aber gut, mal nicht an die schlimmen Dinge denken zu müssen - sie würden schneller zurückkommen, als man es eigentlich wollte.

"Lassen wir das ganze doch einfach so, wie sie bisher waren. Oder bist du unbedingt scharf darauf, dir selbst wehzutun, Aoi? Das glaube ich eher nicht." meinte Kanae später und streckte ihre Hände dem Himmel entgegen, als wolle sie danach greifen.

"Ich weiß, dass du dir nur etwas vormachst. Du liebst Reita, sieh das doch endlich ein und lauf nicht immer davon. Oder nutzt du ihn wirklich nur aus?" fragte sie dann und sah zu Aoi hinüber. Sein ernster Blick schrieb bereits Bände.

"Ich weiß es nicht." sagte er leise und wandte seinen Blick in den Himmel.

"Ich war schon immer feige und bin vor allem weggerannt. Nie habe ich mir irgendetwas eingestanden. Vielleicht habe ich mich die ganze Zeit nur geirrt. Vielleicht habe ich ihn wirklich nur ausgenutzt, um zu sehen, wie weit ich gehen konnte. Vielleicht habe ich Reita und seine Freundschaft nicht verdient." sagte er dann und man könnte fast meinen, er würde weinen. Dabei versuchte er nur, dies zu unterdrücken, weil es ihm doch irgendwie wehtat.

"Dann bist du ein mieses Schwein. Reita liebt dich und ich habe das Gefühl, dass er schon gar nicht mehr ohne dich kann. Willst du ihm unbedingt wehtun? Dann solltest du das alles schnellstens beenden." meinte Kanae dann - und sie hatte Recht, mit ihren Worten.

Aoi sollte es dann schnellstens beenden, sonst würde es Reita wahrscheinlich genauso wie Kai ergehen. Es würde ihn quälen, bis es ihn wahnsinnig machen würde. Doch Kanae konnte sie nicht vorstellen, das es wirklich so sein sollte.

"Es ist genug. Ich kann nicht mehr. Es tut weh." wimmerte Aoi dann plötzlich und Kanae sah Aoi erschrocken an. "Dann gesteh dir doch endlich die Wahrheit ein. Du liebst mich nicht, du liebst Reita." sagte sie und stand auf, kam auf Aoi zu und hockte sich vor ihn hin. "Das ist die Wahrheit, vor der du Angst hast und dir deswegen Dinge einbildest, die nicht stimmen. Hör endlich auf, davor wegzurennen. Ich will, dass du endlich ehrlich zu dir selbst bist, Aoi." meinte sie dann und griff nach Aoi’s zittrigen Händen. Und Aoi sah sie an, als würde um ihn jeden Moment eine Welt zerbrechen.

"Du hast ihm doch bereits gesagt, dass du ihn liebst und deine Worte waren nicht gelogen. Nichts von dem, was du je mit Reita hattest, war gelogen. Du hast es von dir aus getan, du weißt, wie weit du gehen würdest." flüsterte Kanae dann schon regelrecht und Aoi erkannte in ihren Worten die Wahrheit - die Wahrheit, die er nie so sehen wollte, weil die Angst davor schwer auf seinem Rücken lastete, obwohl er sie mit seinen eigenen Worten gesagt hatte. Die Liebe zu Reita und alles, was er für ihn getan hatte, waren einzig und allein die Wahrheit.

"Ich bin ein Idiot. Ich bin ein riesengroßer Idiot und das war ich all die Jahre." heulte Aoi dann los und riss seine Hände von Kanae’s und warf sich diese vors Gesicht. Er glaubte, dass jeden Moment sein Herz zerspringen würde. Es tat mit einem Mal so unglaublich weh. Es war wie damals, als Reita ihm einfach ins Gesicht sagte, dass sein Herz nur wegen ihm schmerzte und das er ihn schon all die Jahre geliebt hatte. All die Jahre war es so, obwohl es sich so anfühlte, als wäre es erst gestern gewesen.

"Du bist wirklich ein Idiot und das siehst du jetzt endlich ein. Du warst ein kleiner Junge, auf der Suche nach Wahrheit. Hoffentlich hast du sie jetzt gefunden, sonst brichst du zusammen und alles war umsonst. Deine Schmerzen, deine Gefühle." sagte Kanae.

Sie hoffte dabei inständig, dass sie Aoi endlich den Kopf waschen konnte, denn es belastete auch sie insgeheim, dass er immer noch, trotz seines Alters, ein kleiner Junge war, der mit Unsicherheit kämpfen musste. Als sie Aoi kennen lernte, ahnte sie nicht einmal oder konnte es sich überhaupt vorstellen, dass er eigentlich so labil war.

Auf Kanae machte er immer einen starken Eindruck, der mit der Zeit jedoch immer mehr schwand. Jetzt war es an der Zeit, dass es endlich zu ende gehen sollte und das Aoi die Realität, so, wie sie war, mit offenen Armen empfangen sollte. Er musste aufhören, den kleinen Jungen zu spielen, der vom Leben und vom wahren Lieben gar keine Ahnung hatte. Er sollte endlich erwachsen werden, aber er sollte nicht vergessen, wer er ist.

Aber hieß es nicht eigentlich, getroffene Hunde bellen?

Warum regte Kanae diese Sache so auf?

Dabei war sie sich die ganze Zeit über sicher, dass die Gefühle, die sie für Aoi empfand, nichts weiter als "geschwisterliche" Gefühle waren. Sie konnte Aoi nicht so lieben, wie Ruki - denn mit Ruki hatte alles angefangen und es sollte mit ihm enden. Anders durfte es nicht sein, denn sonst wäre sie diejenige gewesen, die gelogen hatte und ihre Lüge jemandem anderes aufbürden wollte.

Nein, Aoi war ihr "großer Bruder" und nicht der, mit dem sie ihr Leben besiegeln wollte.

Es durfte einfach nicht anders sein, es wäre viel zu grausam. Es wäre unfair gegenüber Ruki und Reita. Sie wären dann die Menschen, die am meisten leiden würden. Und Leid war in diesem Haus ein Wort, welches wohl immer herrschen würde, auch wenn es nicht immer den Anschein hatte. Jeder litt irgendwie im inneren seines Herzens und es war egal, aus welchen Gründen

Auszug aus Kanae’s Tagebuch
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update: 18-Feb-2008  
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