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"Sie hat mich gefickt.".

 

" Im Groben und Ganzen war es ja geil, trotz das es irgendwie unbequem war und sie mich einfach überrumpelt hat.".

 

"Sex mit einer Frau zu haben, ist fast schon viel besser, als die ganze Nacht von dir halb tot gerammelt zu werden!".

 

"Du kannst es wohl nicht ertragen?".

 

All diese Sätze drehten sich in Aoi’s Kopf wie ein Karussell - es glich gleichzeitig auch einem Echo, welches einfach nicht aufhören wollte.

Viel lieber hätte Aoi Reita noch mal geschlagen, doch irgendetwas brachte Aoi dazu, es nicht zu tun.

Er sank einfach nur auf die Knie - wollte einfach nicht wahrhaben, was Reita da zu ihm gesagt hatte .

Reita hatte so etwas noch nie getan und umso unbegreiflicher wurde es Aoi.

Wie in Trance starrte Aoi Reita an - er lächelte plötzlich, obwohl der Schmerz in seinem Oberkiefer immer noch vibrierte.

"Macht dich das wirklich so fertig? Das tut mir aber leid!" meinte Reita, aus dessen Stimme man deutlich den Sarkasmus heraushören konnte.

"Du bist echt das Letzte!" zischte Aoi, doch Reita brachte es zum Lachen - wirkte dabei irgendwie schadenfroh. Und irgendwie erkannte Aoi, dass auch Reita seine "dunklen" Seiten hatte und das diese Aoi Angst machten.

Diesen Reita wollte er nicht - er wollte den Reita, wie er ihn bisher erlebt hatte.

Für Aoi war Reita immer der "unschuldige Junge von neben an", wie ein kleiner Bruder und den Menschen, den er wohl im Moment am meisten zu vermissen glaubte.

Ja, er vermisste Reita, auch wenn er ihm zum Greifen nahe war.

"Nein, ich lasse dich nur spüren, wie es sich anfühlt, wenn man die Wahrheit knallhart vor die Füße geschmissen bekommt! Ja, Aoi, so wie du dich jetzt fühlst, habe ich mich gefühlt, als du mal wieder viel zu ‘ehrlich’ zu mir warst." meinte Reita, welcher sich trotz seines plötzlichen Übermuts vorsichtig vom Bett wegbewegte und sich nun ebenfalls auf die Knie sinken ließ. Er wirkte nur in dem Moment wie ein Psychopath, als er Aoi unsanft zu Boden gedrückt hatte und ihn an die Kehle packte.

Und nun war Aoi soweit, dass er gar Panik vor Reita hatte - er hatte die schlimmsten Vorstellungen, wie es zu Reita’s ja schon regelrecht aggressiven Verhalten kam.

Aber Aoi wusste, das Reita ihm nie körperlich schaden würde.

Zumindest glaubte er das bis jetzt.

"Reita, lass den Scheiß und hör endlich auf, mich zu verarschen!" zischte Aoi und packte Reita an den Oberarmen - auch wenn er Reita in diesem Moment lieber nicht angesehen hätte, so tat er es doch und Aoi sah in Reita’s Augen dass dieser schon Angst vor sich selber bekam.

Irgendwie tat es weh, Reita je so erleben zu müssen und viel lieber würde Aoi die Zeit zurückdrehen - aber nun kannte Aoi das Gefühl, welches Reita damals hatte, als Aoi sagte: "Eigentlich wollte ich ja nur wissen, wie du so im Bett bist!".

Jetzt wusste Aoi auch, dass dieses Gefühl schmerzhaft war - aber sollte das wirklich die Strafe dafür sein? Aoi hatte doch dann preisgegeben, dass er doch mehr Für Reita empfand.

Ja, nicht nur das körperliche Verlangen.

"So wie du mich verarschst?! Du klebst doch die ganze Zeit nur an Kanae’s Arsch!" flüsterte Reita regelrecht, der seine kalten Hände von Aoi’s Kehle nahm und nun Aoi’s Gesicht berührte.

"Und dann sprichst du von Liebe? Ich bezweifle, dass du je geliebt hast, das alles war doch nur vorgeheuchelt! Gefühle sind dir doch egal, Hauptsache du kannst irgendwo deinen Schwanz reinstecken!" wurde Reita etwas lauter, gleichzeitig stiegen ihm aber nun Tränen in die Augen - sie rollten über seine fiebrig glühenden Wangen und tropften vom Kinn auf Aoi’s Gesicht herab.

Hatte Reita nun seine Grenzen erreicht?

War es nun endlich vorbei?

Vielleicht war es aber nur die Ruhe vor dem Sturm…

Aoi lachte plötzlich - ja, er lachte laut. Er lachte laut über Reita’s Behauptungen.

Sie waren einfach nur erbärmlich, fast schon lächerlich.

Aoi konnte nur darüber lachen, weil Reita wusste, dass es eigentlich falsch war.

"Ja, du hast vollkommen Recht! Ich kenne so etwas wie Liebe nicht, für mich ist es nur ein Fremdwort. Sex reicht mir vollkommen aus. Ich frage mich auch schon die ganze Zeit, was ich überhaupt an dir gefunden habe… Der Sex war gut, aber dann hört es auch schon auf. Du bist doch nichts weiter als ein Waschweib!" konterte Aoi und stieß Reita von sich herunter .

Warum nicht Gleiches mit Gleichem besiegen?

"Vielleicht hätten wir es von Anfang an sein lassen sollen." fuhr Aoi fort und richtete sich vom Boden auf - starrte Reita an.

Reita hatte bei Aoi noch nie so einen Blick gesehen, dass es ihm gar kalt den Rücken hinunterlief - dabei war Aoi nur zu tiefst verletzt.

Innerlich schrie und weinte der 26jährige bereits laut.

"Dann hau doch endlich ab! Wieso bist du überhaupt hergekommen?" schrie Reita nun.

Warum fragte er das überhaupt?

Irgendwie drohten beide davor, aneinander vorbeizureden.

"Ich bin hier, weil ich mir Sorgen gemacht habe. Aber das war wohl reine Zeitverschwendung." antwortete Aoi trotzig und steuerte nun zur Tür - nein, so sollte es nicht enden.

So wollte es Reita nicht und Aoi auch nicht.

Konnte man die Zeit nicht ein Stückchen zurückdrehen?

Unmöglich.

"Wir leben ab heute lediglich unter einem Dach, haben lediglich dieselben Freunde und machen lediglich zusammen Musik. Mehr ist da nicht, kapiert?! Also komm ja nicht wieder angeheult." sagte Aoi und nahm trotz dessen zögernd die Türklinke in die linke Hand - er wagte keinen Blick nach hinten und am liebsten würde er seine Ohren verschließen.

Ja, Reita hatte mit Schluchzen begonnen und er hatte begriffen, dass alles falsch gewesen ist, was er gesagt hatte. Dass das jetzige Ende nicht das war, was er wollte.

"Aoi, warte." schluchzte Reita laut und Aoi würde am liebsten zu Reita stürmen, ihn in die Arme nehmen und ihm verzeihen.

Doch er tat weder das eine, noch das andere - er war wie festgenagelt. Ja, er war regelrecht paralysiert von dem, was alles gerade in diesem kurzem Moment passiert war.

"Es tut mir leid, da musst du jetzt alleine durch. Und beweg endlich deinen Arsch nach unten, damit wir endlich nach Hause können." sagte Aoi und verließ das Zimmer.

Das Geräusch, als die Tür ins Schloss fiel, war so laut, dass Reita erschrocken zusammenzuckte .

"Ich hab’s versaut…" heulte er dann los und ließ sich nach hinten sinken, lag nun auf dem Boden und hatte sich die Hände vors Gesicht geschlagen.

Männer u konnten wirklich grausam untereinander sein…

Das begriff auch Reita, welcher gerade das provoziert hatte und nun das verlor, was er eigentlich nie hergeben wollte .

 

Währenddessen stand Kanae angelehnt an der Wand zum Treppenaufgang - sie nahm plötzlich den Geruch von Mentholzigaretten wahr.

Es gab nicht viele Leute die sie kannte die Mentholzigaretten rauchten.

Kanae richtete ihren Blick in den Flur und sah nur, wie Aoi auf sie zugestürmt kam.

Sie erkannte auch, dass er weinte - aber er war nicht derjenige, der rauchte.

"Aoi?" Kanae sah ihn verwundert an, als er unmittelbar vor ihr stand.

"Wir können uns dann wohl langsam auf den Heimweg machen." meinte Aoi nur .

"Ist was passiert?" fragte Kanae nur und näherte sich Aoi - er schüttelte nur seinen Kopf und stürmte an Kanae vorbei. Sie seufzte, spürte aber plötzlich einen heißen Atem in ihrem Nacken, welcher bei ihr für Gänsehaut sorgte und sie zusammenzuckte.

Als Kanae sich umdrehte sah sie in Ruki’s Gesicht - er sah in diesem Moment wie eine wandelnde Leiche aus.

"Was machst du hier?!" fragte Kanae ihn auch schon und nahm Abstand.

Was wollte er hier?

Klar war, das Ruki erheblich Sehnsucht nach Kanae hatte.

Ebenso klar war auch, dass er es bereute, Schluss gemacht zu haben.

Er wollte sie mit allen Mitteln wieder haben…

Aber ob ihm das so leicht fallen würde?

"Ich wollte mit dir reden." sagte Ruki - man konnte ihm deutlich ansehen, dass er fertig war. Kanae lachte nur spottend darüber.

"Reden? Sagtest du nicht selber, dass wir immer nur geredet haben? Warst du das nicht, hm?".

"Es ist mir aber ernst, kapiert?!" zischte Ruki dann und packte Kanae unsanft an den Oberarmen.

Völlig erschrocken starrte sie in Ruki’s müdes Gesicht.

"Das interessiert mich aber nicht." meinte sie dann nur und wollte Ruki von sich schieben.

Kanae gelang es nicht mal ein Stück und irgendwie war ihr Ruki’s Nähe unangenehm.

Sie wollte weg.

"Du bist egoistisch! Weißt du eigentlich, dass es mir leid tut? Deswegen steh ich doch vor dir, begreifst du das denn nicht?" fuhr Ruki Kanae an und küsste sie prompt - warum musste alles Schlimme immer auf ein Mal kommen?

Nicht, dass sie Ruki’s Küsse als schlecht empfand, aber sie wollte es in diesem Moment nicht und gleichzeitig wollte sie es doch.

"Es tut mir leid. Ich war eifersüchtig und da brannten bei mir die Sicherungen durch." sagte Ruki sanft und küsste Kanae nochmals - tat es immer und immer wieder.

Es durfte nicht sein.

"Hör auf, Ruki. Ich will das nicht!" Kanae wehrte Ruki von sich ab und sah ihn dann einfach nur an.

"Du scheinst dir das ja auch einfach machen zu wollen?! Glaubst du etwa, du kannst so mit mir spielen? Aber leider steh ich nicht auf diese Hü und Hott - Spielchen . Außerdem, hast du nicht selber gesagt, ich wider dich an?" fuhr Kanae Ruki an.

Ja, er schein sich wirklich das alles so einfach vorzustellen.

"Ich bin nicht dein Spielzeug, klar?! Das hättest du dir vorher überlegen sollen. Ich will nicht mehr, du hast mir wehgetan." fuhr sie fort und Ruki glaubte, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Er senkte seinen Kopf und schwieg einen Moment, bis er Kanae wieder ansah.

"Alles läuft verkehrt, weißt du das eigentlich? Wir benehmen uns seit zwei Monaten wie pubertierende Teenager, dass ist doch schon gar nicht mehr normal." meinte Ruki und lachte spottend.

"Vielleicht habe ich es mir deswegen so einfach vorgestellt, dass ich dich wiederkriege. Vielleicht dachte ich, du wärst naiv und würdest ohne wenn und aber zurückkommen. Aber in Wirklichkeit bin ich derjenige, der naiv ist…viel zu naiv." fuhr Ruki fort und sah, wie über Kanae’s Wangen Tränen rollten. Rasch wandte sie ihren Blick zur Seite und versuchte ihre Tränen durch ein Lächeln zu verstecken.

"Es liegt wohl eher daran, dass wir wohl nicht zusammenpassen." sagte sie nur und brach darauf in Tränen aus, rutschte mit dem Rücken die Wand hinunter und starrte Ruki mit ihren in Tränen aufgelösten Augen an .

"Wir sind nicht für einander geschaffen…wir hätten nie das perfekte Paar sein können." schluchzte Kanae.

Aber was redete sie da eigentlich?

Für Ruki klangen diese Worte so, als hätte Kanae die Zeit mit Ruki gehasst.

"Was redest du da eigentlich?" fragte Ruki und hockte sich vor Kanae.

"…wir passen nicht zusammen? Wieso sagst du so etwas?" fragte Ruki weiter und es schien so, als würde er gerade mit einem Kind, statt einer jungen Frau reden.

Kanae lächelte. "Weil wir uns voneinander entfernen."

"Das sagt doch überhaupt nichts. Das, was du die ganze Zeit sagen willst, ist, das ich aufhören soll, vor meinen Gefühlen wegzurennen. Stell mich doch nicht für total bescheuert hin, Kanae. Ich weiß genau, dass du nur das willst." meinte Ruki und berührte vorsichtig Kanae’s Gesicht - seine Hände waren angenehm warm.

Langsam schloss Kanae ihre Augen und sie wirkte fast wie Schneewittchen mit ihrem schwarzem Haar und ihrer hellen Haut.

Plötzlich drängten sich die Worte in ihr Ohr, die Kanae Gänsehaut bereiteten und es überall kribbelte.

Es fühlte sich wie an diesem Tag an, an dem sie Ruki näher gekommen war.

"Ich liebe dich…" Ruki’s Worte klangen irgendwie ängstlich und auch Kanae hatte Angst davor, ihre Augen zu öffnen - ihre Lider waren zu schwer, trotz, dass Kanae nicht müde war. "…komm zurück!" fuhr Ruki fort und hatte Kanae erneut an den Oberarmen gepackt, aber er war keinesfalls grob.

Doch was war plötzlich mit Kanae?

Sie reagierte nicht.

Sie öffnete ihre Augen nicht.

Man hörte sie nur schwer atmen.

"Kanae?" Ruki rüttelte sie leicht, doch Kanae’s Augen öffneten sich einfach nicht.

"Kanae?!" wiederholte Ruki und ihm stiegen schon fast selbst Tränen in die Augen.

Er rüttelte sie wieder, berührte dann ihr Gesicht und wischte Kanae die Tränen von den fiebrig glühenden Wangen.

"Ich habe keinen Bock auf den Scheiß! Lass die Scherze, dass ist nicht witzig!" reagierte Ruki fast schon hysterisch und jeder der ihn kannte, wusste, dass er nie so war.

Nicht so, wie er da vor Kanae hockte.

Mach endlich deine Augen auf!" schrie er Kanae regelrecht an.

Er hatte Angst…

26

 

Zeit ist vergangen - wahrscheinlich handelte es sich bereits um Stunden. Kanae lag in Ruki’s abgedunkelten Zimmer und schlief. Der Arzt, den Ruki benachrichtigt hatte, stellte lediglich eine Übermüdung fest. Es war nichts Gefährliches und Ruki hatte das Gefühl, ein großer Stein wäre ihm vom Herzen gefallen.

Ja, das Gefühl, welches er gerade hatte, kam dem sehr nahe.

"Schläft sie noch?" fragte Kim, die einen besorgten Blick zu Ruki’s Zimmertür warf.

"Wie eine Tote." seufzte Ruki und ließ sich mit seiner Zigarette im Mundwinkel auf dem Sessel nieder. Plötzlich war es ganz still, man hörte lediglich das prasselnde Wasser aus der Dusche, die von Kai belegt worden war. Aoi lag bereits im Bett und schlief, während Reita die andere Dusche belegt hatte. Uruha saß neben Kim auf dem Sofa und starrte vor sich hin. Man könnte es als eine Totenstille bezeichnen, die jedoch vom Klappen einer Tür unterbrochen wurde.

"Wieso liegt ihr noch nicht im Bett?" ertönte Reita’s Stimme im Raum und zog somit alle Blicke auf sich.

"Weil alle Duschen belegt sind." reagierte Ruki schroff und fuhr sich dabei durch die Haare. "Die hier is’ jetzt frei und ich für meinen Teil geh jetzt auch ins Bett. Gute Nacht." meinte Reita und verschwand in seinem Zimmer.

"Ich geh nach Kanae schauen." seufzte Ruki dann und stand auf.

"Sonst haut sie auch nichts so leicht um…ich versteh das nicht." sagte Kim darauf und ließ sich mit dem Rücken gegen die Couchlehne sinken.

"Ich wusste von Anfang an, dass dieser Job nicht gut ist." konterte Ruki und verschwand dann in seinem Zimmer. Natürlich wusste Kim, dass Ruki sich Sorgen machte - für ihn war es fast wie ein Schock, als Kanae nicht mehr reagiert hatte.

Er hatte fürchterliche Angst um sie. Er liebte sie - hatte Kanae ihn auch gehört?

Hatte sie seine Worte wirklich gehört?

"Nimm ihn nicht so ernst. Er machte sich Sorgen. Einfach nur Sorgen." meinte Uruha , der mit seiner rechten Hand Kim’s linke Schulter streichelte.

"Ich geh duschen." sagte Kim nur und stand auf, ließ Uruha einfach sitzen.

Sie fühlte sich schrecklich, obwohl sie Uruha lediglich ihre Gefühle gestand.

Ja, das war das Schlimme - vor allem, weil sie nicht weiß, was Uruha fühlte.

Fühlte er denn wirklich genauso?

Oder spielte er ihr nur etwas vor?

 

"Kanae?" ertönte eine Stimme neben Kanae.

Sie kannte diese Stimme, doch wollte sie ihre Augen noch nicht öffnen - jetzt noch nicht.

"Wie geht es dir?" ertönte es wieder - ja, eigentlich war Kanae wach und ihr ging es gut.

Der Schlaf tat ihr gut.

"Nur noch ein bisschen…" erwiderte Kanae leise, als sie plötzlich von irgendjemanden geküsst wurde - es war überhaupt nicht schlimm.

"Ich weiß doch, dass du wach bist." ertönte diese Stimme wieder.

Wer war es nur?

Kanae kannte diese Stimme gut.

Sie kannte auch die Lippen, von denen sie geküsst wurde und plötzlich hatte Kanae das Gefühl, Ruki zu vermissen. Dabei war er hier - er war da, ganz nah bei ihr.

Es brachte Kanae dazu ihre Augen zu öffnen. Alles sah irgendwie verschwommen es und man konnte meinen, man würde durch ein Milchglas blicken.

Kanae rieb sich die Augen und blickte dann direkt in Ruki’s Gesicht.

"Wie geht es dir?" fragte er nochmals.

"Wie lange habe ich geschlafen?" entgegnete Kanae lediglich, statt zu antworten.

Ruki lächelte. "Vier Stunden." antwortete er dann - Ja, es war mittlerweile drei Uhr.

"Ich hatte Angst…Ich hatte wirklich Angst." sagte Ruki dann plötzlich und senkte seinen Kopf. Kanae erwirrte dieser Anblick, aber auch sie senkte nun ihren Kopf.

"Du hattest Angst? Wovor hattest du Angst? Und was ist überhaupt passiert, ich kann mich an nichts erinnern…" meinte Kanae dann - sie spürte nur, wie Ruki ihr näher kam, sich neben ihr aufs Bett legte. Beide starrten die dunkle Zimmerdecke an und draußen hatte es begonnen zu donnern und zu stürmen. Der Wind peitschte den Regen gegen das geschlossene Schlafzimmerfenster von Ruki, während man draußen das laute Tosen des Windes und des Donners hörte.

Blitze erhellten lediglich den Raum etwas, ansonsten war es stockdunkel.

Und Ruki hatte Kanae erzählt, was passiert war. Irgendwie wollte Kanae ihm nicht glauben und doch erkannte sie die Wahrheit, als sie aufgestanden und zum Fenster marschiert war .

"Du bist einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. " sagte Ruki lächelnd und richtete sich auf, sein Blick hing dabei an Kanae.

"Das hier ist wirklich eine sehr, sehr schlechte Liebesschnulze. Nicht mehr und nicht weniger." meinte Kanae und drehte sich zu Ruki um.

"Ich weiß, dass du gesagt hast, du liebst mich. Ich weiß auch, dass du gesagt hast, dass ich zurückkommen soll. Aber ist deswegen alles vergessen? Ist deswegen unsere Streiterei gleich vergessen, nur wegen ein paar Worten?" fragte sie nun und fuhr sich nervös durch die Harre - sie wirkte verwirrt, wie ein durcheinander gebrachtes Kind.

"Hör auf, alles wieder kaputt zu machen." meinte Ruki seufzend.

"Alles kaputt machen…Ja, wir sollten aufhören, alles kaputt zu machen." murmelte Kanae vor sich hin und verließ Ruki’s Zimmer. Aber Ruki lief ihr nicht nach, denn er wusste, dass Kanae gewisse Zeit für sich brauchte - obwohl sie diese eigentlich mehr als genug hatte. Sie war dann einfach ins Wohnzimmer marschiert und hatte, bevor sie sich auf der Couch niederlassen wollte, den Fernseher eingeschalten. Ohne je den Sender zu wechseln starrte Kanae nun auf den Fernseher. Im TV lief gerade ein Krimi, den Kanae irgendwann einmal schon gesehen hatte - aber das war egal. Sie hörte, auch wenn der Fernseher nicht laut war, das Klappen einer Tür und Schritte, die von der Treppe kamen.

Es war Aoi, der gähnend und völlig verschlafen die Treppe herunterkam.

Er fragte Kanae, warum sie nicht im Bett liegt, aber Kanae hörte nichts.

Sie schien in Gedanken zu schweben, wurde aber durch eine leichte Erschütterung wieder herausgerissen.

"Was?!" reagierte Kanae erschrocken und starrte direkt in Aoi’s Gesicht.

"Du hättest im Bett liegen bleiben sollen. Du bist noch gar nicht bei der Sache." meint er und Kanae fand die ersten Sekunden lang keinen Zusammenhang in seinen Worten.

Er schien aber Recht mit dem was er sagte zu haben.

"Was redest du da?" fragte Kanae verwirrt und sah Aoi nur lächelnd seinen Kopf schütteln. Eigentlich war ihm aber überhaupt nicht zum Lachen zumute.

Kanae hingegen musterte Aoi, wie er da so vor ihr stand, wie er sie so angesehen hatte.

Er stand ungeschminkt und nur in einer schwarzen Boxershorts bekleidet vor ihr und hatte die Hände in die Hüften gestützt.

Er wirkte feminin und doch sehr männlich - ja, anders kannte sie Aoi nicht. Aber sie stellte immer wieder fest, dass Aoi einer der Männer war, die verdammt gut aussahen.

"Vergiss’es" sagte er und ließ sich neben Kanae auf der Couch nieder.

"Wieso schläfst du nicht?" fragte Kanae dann nur noch und sah, dass Aoi wie sie zuvor nur auf den Bildschirm des Fernsehers starrte.

"Eigentlich wollte ich duschen, aber wie immer waren die Duschen belegt. Dann habe ich mich von den lästigen Klamotten befreit und mich einfach hingelegt. Ich habe gewartet und gewartet und bin dann wohl eingeschlafen. Aber das Gewitter hat mich wieder wach gemacht." erklärte er irgendwie teilnahmslos und gähnte darauf. Plötzlich fiel Kanae die Szene ein, als Aoi ihr entgegen kam und heulte.

Aber Kanae war sich nicht sicher, ob sie fragen oder es dabei belassen sollte.

"Wie geht es dir?" fragte Kanae.

Was sollte diese Frage plötzlich?

Aoi schien es zu verwirren, obwohl er innerlich doch wusste, was Kanae meinte - was sie wusste, was sie gesehen hatte.

"Warum fragst du mich das? Mir geht es gut. Mir geht es immer gut." antwortete Aoi lächelnd. Kanae wusste das er gelogen hatte. In solchen Dingen konnte Aoi Kanae nichts vormachen, genau wie Kanae ihm nichts vormachen konnte.

"Lügner." sagte Kanae leise und lächelnd.

"Mir geht es wirklich gut." erwiderte Aoi, als sich plötzlich Reita’s Zimmertür öffnete und Reita wie von einer Tarantel gestochen ins Badezimmer rannte.

Dennoch hing Aoi’s Blick immer noch in der Richtung, in der Reita’s Zimmer lag.

"Ich weiß, dass es wegen Reita ist." meinte Kanae.

"Du kannst nicht leugnen, dass es nicht so ist." fuhr sie fort und nahm vorsichtig Aoi’s Gesicht zwischen ihre Hände und drehte es in ihre Richtung.

"Ich habe doch recht, nicht wahr?" fragten ihre Augen, die Aoi abwartend angesehen hatten.

"Ich hol mir was zu Trinken. Willst du auch was?" entgegnete Aoi nur, als er sich von Kanae löste und aufgestanden war. Kanae nickte nur schweigend, bis nun auch sie aufgestanden war und auf Aoi, der immer noch in der Wohnzimmertür stand, zugestürmt kam. "Mach es nicht…renn nicht davor weg, bitte. Du weißt doch, dass du mir es sagen kannst." sagte Kanae und es klang fast schon flehend. Aoi jedoch brachte es zum Lächeln und er strich Kanae vorsichtig übers Haar.

"Ich weiß. Aber manchmal kann ich nicht über alles reden, weil ich es selbst erst einmal verarbeiten muss." meinte Aoi und verschwand aus dem Wohnzimmer.

Kanae wusste, dass Aoi recht hatte - vieles brauchte seine Zeit.

Er brauchte Zeit.

Kanae brauchte Zeit.

Wenig später saßen die beiden wieder auf der Couch und starrten auf den Fernsehbildschirm. Aoi nippte an seiner Bierflasche - natürlich trank er gerne und manchmal sogar oft Bier von der Marke "Asahi no super dry", aber er war niemand, der ständig an der Flasche hing oder sich maßlos die Kante gab.

Nein, dass könnte Aoi sich gar nicht leisten.

Vielleicht hinterließ es aber manchmal diesen Eindruck.

Kanae hingegen hielt eine Mineralflasche in den Händen, nippte hin und wieder daran.

"Hast du im Golden Gate nicht schon genug getrunken?" fragte Kanae dann plötzlich, als sie sah, dass Aoi den Rest seiner Flasche in einem Zug geleert hatte.

"Keine Angst, ich werde mich nicht betrinken." grinste Aoi nur und stellte seine Flasche auf den Glastisch vor der Couch.

"Was ist eigentlich mit dir und Ruki?" fragte Aoi dann und setzte sich nun mit angewinkelten Beinen auf die Couch.

Kanae lächelte kopfschüttelnd. "Ich weiß es selbst nicht. Vielleicht ist jetzt alles wieder in Ordnung. Vielleicht ist es aber nur die Ruhe vor dem Sturm. Er hat gesagt, er liebt mich und ich solle zu ihm zurückkommen. Er hat tatsächlich die Worte gesagt, nach denen ich mich gesehnt habe. Aber ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Ich bin egoistisch, weil er versucht mir alles Recht zu machen und ich sehe nur zu, mache gar nichts." sagte sie und sah nun Aoi an, welcher ihren Blick erwiderte.

"Du bist nicht egoistisch, schließlich hast auch du versucht Ruki alles Recht zu machen. Das ist wirklich Unsinn, was du da erzählst. Es ist doch normal, dass du ein "Ich liebe dich" von Ruki hören willst." meinte Aoi und lächelte - dabei war er viele Stunden vorher so aufgebracht darüber, dass er Kanae und Ruki als pubertierende Teenager bezeichnete.

Ja, Ruki sagte dasselbe.

Aber nun war Aoi plötzlich so verständnisvoll, dass es Kanae fast schon Angst machte.

Sie lachte jedoch nur gespielt.

"Weißt du was, vorhin hast du dich noch aufgeregt und jetzt redest du schon so, als wärst du eine Frau." sagte sie dann und sah dabei in Aoi’s Gesicht.

Vielleicht würde er jetzt enttäuscht reagieren oder darüber lachen.

Vielleicht würde er sich schämen.

Er kam mit seinem Gesicht dem von Kanae’s sehr nahe.

"Du bist daran schuld! Du bist ein schlechter Umgang für mich." meinte Aoi und grinste frech, worauf er von Kanae einen leichten Klaps auf den Hinterkopf bekam.

"Jetzt bin ich auch noch daran schuld, wenn du anfängst dich wie ein kleines Hausmütterchen zu benehmen?!" reagierte Kanae empört.

Aoi lachte nur, doch sein Lachen verstummte plötzlich, als Ruki im Wohnzimmer stand.

Für ihn sah es irgendwie komisch aus, als Aoi sein Gesicht so dicht vor Kanae’s hatte.

"Lass uns schlafen gehen." sagte Ruki zu Kanae, die ihn nur verdutzt angesehen hatte.

"Ich bin hellwach." erwiderte sie und schob dabei Aoi etwas von sich weg.

Sie wusste, dass es wieder soweit war und Ruki eifersüchtig werden würde - sie wollte es nicht, nicht schon wieder.

"Fang jetzt aber bitte nicht wieder an, eifersüchtig zu werden." fuhr Kanae fort und sah Ruki dabei flehend an.

"Ich darf also annehmen, dass du auf der Couch schläfst? Na gut." meinte Ruki und ohne auf Kanae’s Worte zu reagieren, verschwand er wieder in seinem Zimmer. Kanae vergrub ihr Gesicht in den Händen und seufzte.

"Ich wusste es." murmelte sie und stand auf, war zu Ruki’s Zimmertür gesteuert, deren Klinke sie auch schon in der Hand hatte.

"Aoi, was soll ich machen?" fragte Kanae nur und warf Aoi einen verzweifelten Blick zu. "War er schon immer so, wenn er eine Freundin hatte?" fragte sie weiter.

Aoi schüttelte seinen Kopf.

"Nein, nie. Besser du redest mit ihm, ich werde unter die Dusche gehen." meinte Aoi und setzte sich nun auch in Bewegung. Kanae nickte nur, obwohl Aoi es nicht sah und verschwand dann in Ruki’s Zimmer.

"Würdest du mich lieben, würdest du nicht immer solche Anstalten machen. Du bist doch sonst auch nie so gewesen. Warum ist es bei mir so? Warum, Ruki? Ich versteh es nicht." sagte Kanae, als sie inmitten des dunklen Zimmers stand. Sie sah Ruki, wie er dort am Fenster stand, sich dann zu ihr umdrehte.

"Falls du jetzt meinst, dass ich krankhaft eifersüchtig bin, dann muss ich dich wohl leider enttäuschen." meinte Ruki und bewegte sich auf Kanae zu.

"Und wenn es doch so wäre, würdest du mich dann trotzdem noch lieben?" fragte Ruki dann und er machte auf Kanae plötzlich einen wirklich nahezu krankhaften Eindruck.

"Du bist nicht mehr du selbst, Ruki. Was ist mit dem Ruki passiert, den ich kennen gelernt habe? Was ist mit dem Ruki passiert, in den ich mich verliebt habe? Was ist mit dir passiert, Ruki?" entgegnete Kanae, ihr stiegen dabei unaufhaltsam Tränen in die Augen. Manchmal fragte sie sich, warum es immer wieder so endet.

Sie fragte sich, wieso sie Ruki überhaupt begegnet war und wieso sie sich in ihn verliebte.

Warum war das alles nicht nur ein Traum?

Warum endete es nicht endlich?

Wie lange sollte Kanae diese unerträglichen Schmerzen in ihrer Brust noch ertragen?

Es soll aufhören…

"Was mit mir passiert ist? Das frage ich mich selbst schon Tag für Tag. Du bist in mein Leben stolziert, als wäre alles in Ordnung. Und was war das Ergebnis? Das liegt ja wohl klar auf der Hand. Ja, ich habe mich in dich verliebt und wie es scheint, steigere ich mich zu sehr da rein. Du bist die erste Frau in meinem kleinkarierten Leben, für die ich sogar sterben würde. Das ist auch schon alles. Ich bin nicht anders, als sonst. Ich liebe dich nur, ist das wirklich so schwer zu verstehen?" reagierte Ruki nun regelrecht aufgebracht.

Ja, er liebte Kanae und jede einzelne Faser ihres Körpers.

Kanae rann nun ein Strom aus Tränen über die Wangen, ihre Lippen zitterten dabei und man könnte sagen, sie würde jeden Moment ausbrechen.

"Wieso bist du dann so grausam? Warum gehst du so mit deinen Mitmenschen um, wieso gehst du so mit Aoi um? Er will mich dir doch gar nicht wegnehmen…Ruki, es tut einfach nur höllisch weh, dich so zu erleben. Es soll aufhören! Es soll endlich aufhören!" schluchzte Kanae wie ein kleines Kind.

Ruki selbst war schon den Tränen nahe, als er auf Kanae zukam.

"Dreht sich bei dir eigentlich alles nur noch um Aoi, hm? Du tust mir damit weh." meinte Ruki und drückte Kanae unsanft gegen die Tür.

"Dieser Möchtegern Gitarrist hängt dir fast vierundzwanzig Stunden nur am Arsch. Und warum? Weil es anscheinend nicht mehr so mit Reita funktioniert…naja, wen wundert’s? Aber Fakt ist doch, dass er dich bloß vögeln will. Er spielt mit dir, nur damit du für ihn die Beine breit machst!" sagte Ruki im Flüsterton und in Kanae brach plötzlich eine Welt zusammen - obwohl sie wusste, dass das, was Ruki da eben gesagt hatte, gelogen war.

Sie stieß Ruki von sich weg und starrte ihn entsetzt mit ihren in Tränenaufgelösten Augen an. Wie konnte er nur so etwas sagen, wo er doch selbst wusste, dass es nicht stimmte?

Es war gelogen. Alles, jede einzelne Silbe war nur gelogen.

"Sei still! Sei einfach still!" wollte Kanae ihn anschreien, doch ihre Worte versanken in einem lauten Schluchzen.

"Du erträgst es nicht, hab ich recht?" fragte Ruki und hinterließ wieder diesen krankhaften Eindruck. Und irgendwie hallten Ruki’s Worte plötzlich wie ein Echo in Kanae’s Kopf - sie hatte das Gefühl, ihr Kopf würde jeden Moment platzen.

"Woher nimmst du dir eigentlich das Recht, so etwas zu behaupten? Wieso sagst du so gemeine Sachen über Aoi, wo ihr euch doch schon so lange kennt? Findest du das fair?" fragte Kanae, wobei es sich immer noch um ein lautes Schluchzen handelte.

"Das alles ist nicht fair." sagte Ruki nur.

"Wenn du redest, dann nur über Kim und wie schlecht es ihr manchmal geht oder über Aoi. Langsam langweilt es mich." fuhr Ruki fort und es klang regelrecht gehässig, wie er das sagte. Ja, und es fühlte sich grausam an - grausamer, als es das ohnehin schon tat.

"Warum bist du immer nur so gemein? Ich will nicht, dass du so über die Menschen redest, die mir wichtig sind. Ich will nicht, dass du je wieder etwas über Kim sagst. Ich will nicht, dass du je wieder etwas über Aoi sagst….er hört mir zu, wenn Kim gerade keine Zeit hat. Auch wenn wir uns anfangs überhaupt nicht leiden konnten, doch jetzt ist es anders. Vieles ist anders und ich liebe ihn!" sagte Kanae laut.

Sagte sie wirklich, sie würde Aoi lieben?

Für Ruki klang es wie ein schlechter Scherz - erschrocken von ihren Worten hatte Ruki sich auf die Zunge gebissen. Er schmeckte deutlich das bittersüße Blut und er hoffte, dass es auch nur das war. Aber es war viel mehr als das, Kanae’s Worte waren real und umso mehr wünschte sich Ruki, sie nicht gehört zu haben.

"W-was hast du gerade gesagt?" fragte Ruki mit zittriger Stimme. Obwohl es dunkel war und man eigentlich so gut wie nichts sehen konnte, so hatte Ruki Kanae fassungslos angestarrt. Das konnte doch überhaupt nicht wahr sein.

War die Liebe zu Ruki nur gespielt, um in Wirklichkeit Aoi näher kommen zu können?

War alles nur ein dreckiges Spiel, dessen Ziel mehr als nur grausam erschien?

Warum musste es so wehtun?

"…es tut mir leid." sagte Kanae mit gesenktem Kopf und begann von Neuem mit Schluchzen. Sie wollte nie sagen, dass sie Aoi liebte.

Sie wollte sagen : "Er ist für mich mehr, als nur ein Kumpel. Er ist wie ein großer Bruder, verstehst du? Nicht mehr und nicht weniger.".

Aber ihre Worten kamen ganz anders und Kanae wusste nicht einmal warum.

Vielleicht weil sie sich falsch ausgedrückt hatte?

Weil sie verletzt war?

Weil Ruki ihr wehgetan hatte?

 

Ruki steuerte auf Kanae zu und drückte sie erneut unsanft gegen die Tür.

Kanae bemerkte, dass er weinte, auch wenn sie seine Tränen nicht sehen konnte.

"Ich wusste es. Ich wusste es von Anfang an. Mir eine Szene machen, aber selbst nicht besser sein, ja?! Das war doch genau das richtige für dich, stimmt’s? Du sagst, ich solle nicht mit dir spielen? Ha! Du bis es doch, die mit mir spielt und ich Arsch habe es nicht gemerkt. Warum bist du nur so eine Heuchlerin?". Ruki wimmerte nun und hatte seinen Kopf auf Kanae’s Brust sinken lassen.

"Warum, Kanae?" heulte Ruki nun richtig los und krallte seine Hände in Kanae’s Oberteil. Die junge Frau, die da an der Zimmertür stand war nun keine Frau mehr - sie war wie ein kleines Mädchen, bedroht von ihren Emotionen, die sie paralysierten und sie lediglich nur weinen ließen.

"Ich will das nicht!" wurde Ruki dann laut und schlug mit der rechten Faust gegen seine Tür, brachte Kanae zum Zusammenzucken.

Schatten waren nun über beide aufgezogen…

Kein Licht würde diese je so schnell wieder verjagen…

War es das, was man Schicksal nennen konnte?

 

 

Kapitel 8

 

 

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update: 18-Feb-2008  
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