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S. 37,

37

 

"Was machst du denn hier? Dich hat man ja lange nicht mehr zu Gesicht bekommen." stellte Sayuri erschrocken fest, als diese Kanae vor sich stehen sah.

"Hast du Kunden für mich?" fragte Kanae nur mit einem aufgesetztem Lächeln. Aber Sayuri war nicht dumm, sie sah sofort, dass Kanae geweint haben musste, denn ihre Augen waren rot geweint und das verriet alles. Doch Sayuri wollte jetzt noch nicht danach fragen. Vielleicht später.

"Ich kann dir welche besorgen, wenn du möchtest. Das ist kein Problem." sagte Sayuri nur. Sie sah Kanae dann nur teilnahmslos nicken und steuerte auf die Bürotür von Pierre zu, die sie dann prompt schon aufgerissen hatte. Allerdings wurde ihr sofort auch ein unschönes Bild geboten. Natürlich wusste jeder im Golden Gate von Pierres Liebschaft mit Yuka, die die meiste Zeit an der Pensionsrezeption arbeitete, hatte, aber niemand redete davon. Man wusste es und das reichte. Jedoch sollten die beiden es nicht jedem öffentlich zur Show stellen und schon gar nicht so, wie es Kanae zu sehen bekam.

"Lasst euch nicht stören, bin ja gleich wieder weg." sagte Kanae, die nach der Universalkarte, die am Schlüsselhaken hing, griff und nur ganz flüchtig Pierre, der sofort rot anlief und sich etwas von Yuka, die mit gespreizten Beinen auf seinem Schreibtisch saß, entfernte. "Äh,…" stammelte er nur und sah Kanae nur abwinken.

"Mach weiter, allerdings muss ich nachher mal mit dir unter vier Augen reden." meinte Kanae dann nur und verschwand wieder aus dem Büro. Sie Lächelte in sich hinein, obwohl ihr überhaupt nicht danach war. Aber sie versuchte krampfhaft wenigstens jetzt die schlimmen Gedanken zu verdrängen.

"Ich gehe mir etwas anderes anziehen." rief Kanae dann Sayuri entgegen, die jedoch nur abwinkte.

"Du kannst so bleiben. Heute kommen keine besonderen Stammkunden." meinte sie dann. Also sah Kanae auch keinen Grund, sich umzuziehen und sie fühlte sich im Moment ganz wohl in ihren Klamotten.

"Kommt heute viel Kundschaft?" fragte Kanae dann, als sie bei Sayuri hinterm Tresen stand. Sayuri schüttelte ihren Kopf, dabei flog ihr langes Haar hin und her.

"Nein, heute mal nicht. Dafür war in den letzten Tagen eine ganze Menge los. Pierre hat wirklich guten Umsatz gemacht." erklärte Sayuri dann und sah Kanae nur lächeln.

"Schön, da kann er mir ja gleich meine Abfindung geben." sagte Kanae, die dabei war, die Gläser abzuspülen.

"Willst du etwa kündigen?" fragte Sayuri erschrocken und wirkte dabei fast schon prüfend, als sie ihre Hände in die Hüften gestützt hatte.

"Für mich macht das alles hier keinen Sinn mehr. Außerdem bin ich doch sowieso kaum da, von daher sollte es auch keinen stören, wenn ich gehe." meinte Kanae nur, die ein Glas abgespült hatte und dann schon nach dem nächsten griff.

"Und was ist mit Kim?". Warum stellte dieses Mädchen nur so dumme Fragen?

Kanae lachte auf und sah Sayuri an.

"Hörst du keine Nachrichten oder siehst fern?" entgegnete Kanae dann und schüttelte ihren Kopf. "Dann tust du mir nur leid, aber ich wusste schon immer, dass bei dir irgendetwas fehlt." fuhr Kanae fort, die angefangen hatte, auf die abgespülten Gläser anzustarren. Sie merkte dann nur noch, dass Sayuri sie grob an den Schultern gepackt und sie in ihre Richtung gedreht hatte.

" Kannst du mir mal verraten, was das soll?" abwartend sah Sayuri in Kanae’s Gesicht.

Kanae lächelte bloß, als würde sie das alles nicht interessieren und griff nach einem Glas.

"Deine falsche Freundlichkeit bringt mich echt zum Kotzen, Sayuri. Du und Miki, ihr seid so dreckig und falsch, dass mir echt schlecht wird. Aber so seid ihr schon immer gewesen. Warst du nicht da, dann kroch Miki jedem in den Arsch und du machst es genauso. Alles nur falsche Freundlichkeit. So etwas wie Ehrlichkeit kennt ihr noch gar nicht. Und wenn die Kasse stimmt, dann ist auch alles in Ordnung. Allerdings bin ich nicht so eine, die für jeden die Beine breit machte und du kannst mich ruhig als prüde bezeichnen, das geht mir am Arsch vorbei, verstehst du? Der ganze Haufen hier ist mir scheißegal und ich bin wirklich froh, wenn ich hier wieder raus bin.". Das war irgendwie zu viel auf ein Mal für Sayuri und natürlich war sie wütend. Musste sie sich denn so niedermachen lassen?

"Du Miststück." murmelte Sayuri bloß und verpasste Kanae mit der rechten Hand eine kräftige Ohrfeige. Doch das war nichts gegen den Schmerz, den Kanae tief in ihrem Herzen empfand. Die Ohrfeige trieb ihr nicht mal Tränen in die Augen, es waren nur die wiederkehrenden Gedanken an Kim.

"Halt doch endlich dein verdammtes Maul!" fuhr Kanae Sayuri dann an und schmetterte das Glas, welches sie zuvor in den Händen hielt, mit voller Wucht auf den Boden, sodass das Glas in alle Richtungen zersprang. "Schließlich bist du doch daran schuld gewesen, dass es zwei meiner Freunde so schlecht ging. Denkst du etwa, ich wusste nicht, dass du es warst? Ich kenne deine Fesselmaschen und du bist die einzige hier, die so etwas tut. Eigentlich glaubte ich fast schon daran, mich zu irren und das es jeder hier hätte sein können. Aber mir wurde klar, dass nur du so etwas tust." schrie Kanae Sayuri dann schon regelrecht an. Man konnte wirklich von Glück reden, dass um diese Uhrzeit gerade keine Kundschaft anwesend war. Sayuri sah nur erschrocken und gleichzeitig verblüfft in Kanae’s bleich gewordenes Gesicht. Sie wollte gar nicht glauben, dass Kanae je so aus sich herauskommen würde. Sonst war sie nie so. Sie hatte auch nie jemanden von den Mädchen hier angeschrieen oder ihre Meinung ins Gesicht gesagt. Sie schwieg und stattdessen taten die meisten es mit ihr oder mit Kim, obwohl es bei Kim eher weniger war, da diese schon oft Kontra gab.

"Du hast doch keine Ahnung, du billiges Stück Dreck. Du hast doch jetzt nur eine große Klappe, weil keiner weiter da ist. Sonst hast du immer alles über dich ergehen lassen, du konntest doch nur froh sein, dass Kim da war. Ohne sie wärst du aufgeschmissen gewesen. Dir hätte man die Hölle bereitet, das kannst du mir glauben." sagte Sayuri, in deren Stimme bereits ein wütendes Zittern zu hören war, während sie beide Hände zu Fäusten zusammenballte.

"Mit billig meinst du bestimmt dich, ne? Im Gegensatz zu dir lasse ich mich nicht auf dein Niveau herunter." konterte Kanae bloß, die dann anschließend begonnen hatte, die Scherben vom Boden aufzusammeln.

"Verreck doch, dann sind wir dich los." zischte Sayuri und verschwand vom Tresen.

"Fuck you!" rief Kanae ihr nur nach und warf anschließend die aufgesammelten Scherben in ihren Händen in den Papiereimer. Sie hockte dann einfach nur am Boden und starrte auf ihre Hände, an denen noch kleine Glassplitter klebten. Sie lächelte, während ihr Tränen über die Wangen rollten. Im selben Moment ertönte irgendwo ein Radio, welches die Nachrichten brachte. Mittlerweile gab es mehr Nachrichten, als Musik zu hören. Erneut brachte man über den Leichenfund von Kim und gleichzeitig wurden neue Mitteilungen eingeleitet.

"…vor wenigen Stunden wurde erneut eine Vermisstenanzeige bei der Polizei eingereicht. Miki Toyama, so der Name der jungen Frau die im Nachtclub Golden Gate tätig ist, wird ab heute als vermisst gemeldet. Sie galt von ihren Eltern aber schon seit längerer Zeit als vermisst. Es stehen noch viele Fragen offen, die beantwortet werden müssen. Vielleicht handelt es sich um eine Entführung. Aber vielleicht irren wir uns auch…"

Sollte jetzt auch noch Miki verschwunden sein?

Es war irgendwie unbegreiflich.

Aber Kanae hockte weiterhin am Boden, wirkte wie ein verstörtes Kind, als dann Pierres Stimme im Raum ertönte und Kanae zum Zusammenzucken brachte.

"Sayuri, wo ist Kanae?" fragte er nur.

"Such hinterm Tresen." meinte sie nur und ließ Pierre stehen. Er schüttelte seufzend seinen Kopf und wandte sich dann dem Tresen zu, über den er lugte und von oben in Kanae’s Gesicht blickte.

"Du wolltest mit mir reden?" fragte er nur lächelnd und sah Kanae nicken.

Kurz darauf saßen die beiden statt in Pierres Büro, auf dem Treppenaufgang zur Pension.

"Du willst kündigen, stimmt‘s?" fragte Pierre dann auch schon, als er dabei an seiner Zigarette zog, während er mit der rechten Hand den hellen Aschenbecher aus Glas festhielt. Kanae nickte nur und räusperte sich kurz.

"Es hat keinen Sinn mehr. Wann sieht man mich denn noch? Ich habe ganz andere Gedanken, als den ganzen Abend nur gut auszusehen und mich angrabschen zu lassen." meinte Kanae nur und sah Pierre bei ihren Worten nur nicken.

"Das glaube ich dir. Es hat immer mehr nachgelassen mit dir, aber auch mit Kim…ich werde dir ihren Lohn mitgeben, damit du ihr wenigstens eine schöne Gedenkfeier bereiten kannst." erklärte Pierre nur und sah in Kanae’s erschrockenes Gesicht.

"Sieh mich nicht so an, ich habe es vorhin in den Nachrichten gehört und wollte es gar nicht glauben. Das Schwein, das ihr das angetan hat, sollte in der Hölle schmoren und selbst die Justiz ist noch viel zu milde mit ihren Bestrafungen. Aber wir müssen es leider so hinnehmen, auch wenn wir nicht wollen." meinte Pierre dann und zog erneut an seiner Zigarette. "Danke für alles." sagte Kanae nur und versuchte dabei zu lächeln.

"Nichts zu danken. Ich habe dir, sowohl auch Kim, nur einen kleinen Job verschafft, dass du dir währenddessen etwas anderes suchen würdest, war mir klar. Es ist auch völlig in Ordnung, denn wer arbeitet schon gern als Hostess? Bei den Mädchen, die hier noch tätig sind, handelt es sich doch auch bloß um geldgierige Aasfresser. Aber ich wünsche dir von nun an ein schönes Leben und ich weiß auch nicht, in wie weit du im Umgang mit dieser Band bist. Ich weiß nur, dass du bei ihnen mit Sicherheit in guten Händen bist." erklärte Pierre nur, bevor er aufgestanden war und in Kanae’s Gesicht sah. Er lächelte sie an, während er ihr vorsichtig den Kopf tätschelte und anschließend mit den Worten "Wenn du fertig bist, komm in mein Büro" verschwand. Kanae wusste, dass Pierre durch und durch ein Mensch war. Er war nicht hinterhältig und gemein. Vielleicht war er auch nur viel zu ehrlich und wollte es anderen Menschen nur Recht machen.

"Danke." murmelte Kanae, als sie dann auch aufgestanden war und kurz darauf am Tresen stand. Alles wirkte plötzlich so einsam, abgesehen von einigen Hostessen, die sich um ihre Kundschaft kümmerten. Allerdings war wirklich nur sehr wenig los. In diesem Punkt hatte Sayuri allerdings Recht. Aber das Leben hier interessierte Kanae nicht mehr. Sie beobachtete es schweigend, als dann Yuka vor ihr stand und lächelte.

"Auf Zimmer 214 wartet ein Kunde auf dich. Er wartet schon seit’ner Weile, aber ich wollte dich und Pierre nicht unterbrechen. Aber du solltest jetzt zu ihm und pass ein bisschen auf dich auf, ja?" meinte Yuka nur und verschwand dann wieder. Mit Yuka hatte Kanae wenig zu tun und Yuka hielt sich auch aus allem heraus. Sie blieb im Hintergrund und kümmerte sich meistens um die Pensionsgäste, als um die Gäste, die den Nachtclub betreten. Allerdings war das eher weniger wichtig für Kanae.

Doch wer war dieser Kunde?

Kanae bekam Herzklopfen, als sie später vor der Tür stand, deren Klinke sie dann doch in die Hand nahm und herunterdrückte, als die die Karte durch den Kartenschlitz gezogen hatte. Kanae empfand es immer noch als total dumm, von außen die Türen mit Karten zu öffnen und von innen mit einem Schlüssel zuschließen zu müssen. Das würde sich wohl auch nicht in nächster Zeit ändern. Wen interessierte das schon?

Kanae öffnete dann einfach die Tür und trat vorsichtig in das Zimmer, welches mit gedämpften Licht erhellt worden war. Sie sah nur eine in schwarz gekleidete, mit dem Rücken zu ihr gedrehte Person auf dem mit schwarzem Satin bezogenen Bett. Der Geruch von Männerparfum lag in der Luft und auf dem Bett lag ein großer Strauß Rosen.

Vielleicht ein Verehrer?

Bei diesem Gedanken musste Kanae plötzlich lächeln.

"Warum bist du einfach abgehauen?" ertönte plötzlich Ruki’s Stimme, die Kanae zusammenzucken ließ. Ruki war es, der da auf dem Bett saß, die Kapuze seiner Jacke aufgesetzt und ihr den Rücken gekehrt hatte. "Aber irgendwie konnte mir niemand sagen, wo du hingegangen bist. Ich konnte mir allerdings denken, dass du hier sein würdest." fuhr er dann fort und stand auf, drehte sich zu Kanae um und kam auf sie zu. Ruki trug eine dunkle Sonnenbrille und überhaupt war er nicht zu erkennen.

Ja, wahrscheinlich hatte auch er von Kim’s Tod erfahren und das es nun auch Trubel um Gazette geben würde.

Kanae senkte ihren Kopf. "Es tut mir leid, ich musste einfach raus." versuchte sie zu erklären, als Ruki dann auch schon vor ihr stand und die Sonnenbrille abnahm.

"Ich habe mit meiner Mutter telefoniert und das Gespräch mit ihr hat mir richtig die Augen geöffnet. Ich wollte so schnell wie möglich wieder zu dir, aber du warst nicht da, als ich zu Hause ankam." sagte Ruki, der sich nun auch die Kapuze seiner schwarzen Jacke vom Kopf strich. Seine Haare waren dadurch zerzaust.

"Ich habe auch von der Sache mit Kim erfahren und ich bekam plötzlich Angst um dich. Meine Mutter hat noch zu mir am Telefon gesagt: Pass auf dein Mädchen auf. Und dann muss ich feststellen, dass du gar nicht da bist. Dann bin ich hier gelandet und eine der Hostessen meinte, du wärst in einem Gespräch mit deinem Chef. Also hatte ich vor, zu warten und jetzt stehst du vor mir." fuhr er fort. Aber warum redete Ruki plötzlich so viel?

"Es ist traurig…" meinte er dann nur und riss Kanae ohne Vorwarnung an sich.

"Wir haben einfach nicht gut genug auf Kim aufgepasst." seufzte Kanae dann auch schon.

"Das ist es nicht, Kanae. Wir haben einfach nichts unternommen. Wir saßen einfach nur da und haben Däumchen gedreht. Aber ich schwöre, sollte dir so etwas passieren, würde ich garantiert Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um dich zu finden. Wir waren einfach nur dumm und das ist unsere gerechte Strafe dafür. Welch Ironie." lachte Ruki, dem dennoch Tränen über die Wangen rollten.

"Wir haben dieses Spiel verloren." wimmerte er dann auch schon los und krallte sich in Kanae’s Tunika fest, während er dabei langsam auf die Knien sank und nun fest Kanae’s Hüften umklammerte, als wolle Ruki sie für immer festhalten wollen…

 

 

 

so lautete die Mitteilung aus dem Radio. Kanae erkannte in den Worten des Nachrichtensprechers keinen Zusammenhang, obwohl dieser existierte.

Kapitel 12

 

"Game over…"

 

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update: 18-Feb-2008  
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