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10

 

"Ich bin satt." sagte Reita und stand plötzlich auf. Die anderen starrten erschrocken und völlig perplex in seine Richtung.

"Was hat Reita denn auf einmal?" fragte Kai nur, der an seinem Glas mit Apfelsaft nippte. Ja, Apfelsaft war Kai’s Lieblingsgetränk.

"Woher sollen wir das wissen?" entgegnete Uruha nur und warf dabei einen kurzen Blick auf Aoi, der nun auch aufstand.

"Das werde ich gleich herausfinden." meinte er dann nur und verließ das Wohnzimmer. In Eilschritten stürmte er die Treppe hinauf und man hörte dann nur das Knallen einer Tür. Es war Reita’s Zimmertür.

 

"Was willst du?" fragte Reita Aoi nur, als dieser nun in seinem abgedunkelten Zimmer stand. Aoi verschloss nur schweigend die Zimmertür, was Reita ziemlich irritierte.

"Falls du abhauen solltest." meinte Aoi nur und ließ sich nun neben Reita nieder.

Dieser aber lachte nur auf und ließ sich nach hinten sinken.

"Spinner." sagte er nur.

"Lass mich ruhig ein Spinner sein. Aber nun sag, was ist los mit dir?" fragte Aoi nun und legte sich neben Reita, den er von der Seite anstarrte.

Er konnte deutlich sehen wie sich dessen Brustkorb rasch hob und wieder senkte.

"Es ist nichts." meinte Reita, welcher sich nun sein Tuch aus dem Gesicht riss und auf den Boden warf. "Es ist wirklich nichts." sagte er dann nochmals, doch Aoi lachte nur.

"Du bist ein verdammt schlechter Lügner. Vorhin warst du noch völlig anders drauf." widersprach Aoi und richtete sich wieder auf - irgendwie störte es ihn wie Reita plötzlich war. Natürlich hatte jeder in seinem Leben schon wechselnde Launen, doch manchmal konnte das auch unpassend sein.

"Ich mache mir doch auch nur Sorgen." fuhr Aoi fort und sah, wie Reita sich auch wieder aufrichtete. "Verstehst du?" fragte Aoi dann, der Reita an den Schultern gepackt hatte und ihn einfach nur ansah.

Sein Blick wollte es wissen: "Was ist mit dir?"

Doch Reita riss sich von Aoi und stand auf, lief nervös im Zimmer umher.

"Ich kann das nicht!" sagte er nur laut und raufte sich dabei die Haare. Aoi aber sah ihn nur erschrocken an. "Ich kann das nicht!" wiederholte Reita und sah dabei Aoi an.

"Du kannst was nicht?" fragte er nur und stand auf, kam auf Reita zu - sein Herz schlug plötzlich wieder schneller und er glaubte, es würde ihn jeden Moment auseinander reißen. Es war grauenvoll und lieber würde er es ignorieren können. Aber er konnte es nicht und es machte ihn wahnsinnig, machte ihn verrückt. Aber Aoi stand nun vor ihm, drückte ihn gegen die Wand und sah Reita tief in die Augen - es war so, als wolle er das Fenster seiner Seele öffnen. "Ich sagte doch, du kannst mit mir reden. Soll ich vielleicht noch auf Knien vor dir rumrutschen, damit du mir endlich erzählst, was mit dir plötzlich los ist?!" zischte Aoi nun und sah in Reita’s erschrockenes Gesicht.

"Red mit mir, Reita!" sagte Aoi schon fast flehend und es war beinahe so, als würden ihm Tränen in die Augen steigen.

"Tut mir leid…" flüsterte Reita und ließ seinen Kopf gegen Aoi’s Brust sinken - sein Herzschlag war dem seinen so ähnlich.

"Dummkopf." sagte Aoi und zog Reita dann an sich heran, spürte deutlich die Wärme die von ihm ausging und es war sehr angenehm.

"Und wenn ich es dir sagen würde, würdest du mich nicht mal mehr mit’n Arsch angucken." sagte Reita darauf, der nicht wusste, wohin mit seinen Armen - obwohl er diese lieber um Aoi schlingen würde, doch er wagte es nicht und nun griff Aoi von selbst nach beiden Händen von ihm. Er zog Reita noch dichter an sich heran, und beide spürten deutlich ihren warmen Atem - es war irgendwie seltsam.

"Treib es nicht zu weit, Aoi." meinte Reita nur, doch Aoi belächelte seine Worte.

"Wie soll ich es zu weit treiben, wenn ich nicht mal weiß, was mit dir los ist?" entgegnete Aoi. Entweder war es Aoi’s Absicht, Reita zu provozieren oder nicht.

"Du bist ein Arsch." meinte Reita.

"Ich weiß." sagte Aoi leise. Doch Reita schwieg einfach, starrte dabei an Aoi vorbei.

"Nun sag schon." fuhr dieser dann fort und sah Reita abwartend an, drückte dessen Hände fester in seine.

"Du nervst." stöhnte Reita dann und bemerkte erst jetzt, wie nah Aoi ihm doch war - so nah war er ihm noch nie und es machte ihn nervös.

Doch Aoi schüttelte nur seinen Kopf.

"Ich mach mir nur Sorgen, wie gesagt." meinte er.

Aber das wurde Reita schon wieder zu viel, denn Aoi’s Nähe und Wärme machte ihn nicht nur nervös und fast wahnsinnig - es raubte ihm beinahe schon den Verstand, denn er hatte das Gefühl, dass sein Herz jeden Moment in seinen Kniekehlen landen würde. Oder vielmehr würde es zerreißen und dann würde er für nichts mehr garantieren können - nicht für das, was passieren könnte. Und genau das wollte Reita um jeden Preis verhindern und nahm Abstand.

Aoi ließ jedoch nicht locker.

"Weißt du eigentlich wie es ist, wenn einem plötzlich das Herz wehtut?" fragte Reita nun. Wollte er wirklich aufs Ganze gehen?

Aoi sah Reita an. "Ja, dafür muss es aber schwerwiegende Gründe geben." meinte er und warf dabei einen kurzen Blick zur Zimmerdecke. Auch ihn beschlich plötzlich ein seltsames Gefühl. "Was hat das aber nun mit dir zu tun?" entgegnete Aoi darauf, der irgendwie keinen Zusammenhang fand. Reita führte Aoi’s rechte Hand zu seiner Brust und genau an die Stelle, an der man das Schlagen seines Herzens am deutlichsten spürte. Aoi jedoch sah Reita nur an. "Mir tut es weh." sagte Reita dann und senkte rasch seinen Kopf. Als wenn es ihn peinlich berühren würde…

"Es tut weh, ich weiß nicht einmal warum und wieso gerade jetzt." fuhr er dann fort und Aoi nahm in Reita’s Stimme plötzlich ein Zittern war.

Hatte er etwa Angst davor?

"Bist du verknallt?" fragte Aoi ihn sofort und nahm Reita’s Gesicht zwischen seine Hände, damit er ihn wieder ansah.

"Ich weiß es nicht, verdammt!" wurde Reita plötzlich laut - dabei wusste er es wirklich nicht. Es war dem Gefühl aber ähnlich, verliebt zu sein und doch war es ganz anders.

"Ich weiß es einfach nicht! Und ich will es auch gar nicht wissen, weil ich Angst davor habe!" fuhr Reita fort und löste sich von Aoi. "Weil es unnormal ist und ich nicht damit umgehen könnte. Ich begreif nicht, wieso jetzt und warum überhaupt." sagte er dann.

"Bleib ruhig." meinte Aoi, der angelehnt an der Wand stand und Reita beobachtete. Dieser lachte jedoch und es klang fast wie das Lachen eines Irren, dass es gar Aoi zum Schaudern brachte - so kannte er Reita nicht.

"Wie soll ich ruhig bleiben? Wie, wenn du hier bist?" fuhr er Aoi an, der Reita nur erschrocken ansah.

Wie meinte er das?

"Sprich Klartext mit mir." sagte Aoi nur und wartete darauf, was Reita wohl als nächstes sagen würde. Und Reita brach nun alle Mauern, nichts ging mehr und alles nur, weil Aoi ihn unbewusst dazubrachte. Es war lediglich sein Hiersein, seine Nähe und Wärme, seit jenem Augenblick ihrer ersten Begegnung, die Reita fast zum Wahnsinn trieb.

Im Schnellschritt kam er auf Aoi zu, den er unsanft gegen die Wand drückte - Aoi wusste in diesen Moment nicht, wie ihm geschah und langsam war es nun er, der Angst vor Reita bekam. "Reita…" murmelte er und sah Reita nur erschrocken an.

"Du bist Schuld, dass es wehtut. Ich begreif es wirklich nicht, aber es ist so. Ob ich jetzt nun schwul, bi oder sonst etwas bin interessiert mich einen Dreck...lass es ruhig unnormal sein. Und genau das ist es, was du versucht hast, die ganze Zeit aus mir herauszuquetschen." flüsterte Reita nun regelrecht und umso erschrockener war Aoi.

Er war nicht erschrocken über die Tatsache, dass Reita wohl tatsächlich Gefühle für ihn empfand, sondern die Art und Weise, wie er es ihm sagte.

Er erinnerte ihn dabei wirklich an einen Irren.

"Lass die Späße!" meinte Aoi und versuchte Reita vorsichtig von sich zu schieben, doch dieser stemmte sich mit aller Macht dagegen - schließlich wollte Aoi es doch wissen.

"Mit so etwas mache ich keine Späße, Aoi und das weißt du ganz genau." sagte er nur.

"Wieso jetzt? Wieso gerade jetzt? Jahre lang hat es gedauert, eh dir das endlich mal klar wurde? Und dann schaffst du es nicht einmal, mir das zu sagen?" lachte Aoi gespielt. Aber auch Reita lachte gespielt und zog nun Aoi an sich heran - doch hatte dieser nie damit gerechnet, dass so etwas passierte. Aoi wolltes es nicht wahrhaben, er glaubte nicht daran und doch war es zu real. Er fand es irgendwie für nicht möglich. Reita berührte tatsächlich mit seinen Lippen die von Aoi und dieser erstarrte dabei regelrecht. Es war ein langer, inniger Kuss - süß und doch irgendwie anders. In Aoi machte sich dabei ein Gefühl breit, welches ihn zum Zusammenzucken brachte und er Reita einfach von sich stieß. Der Ausdruck von Verwirrung in seinem Gesicht sprach Bände. Es erschrak ihn regelrecht, doch im selben Moment ertönte aus dem Wohnzimmer Musik, lautes Gelächter war zu hören und ein lautes Klopfen an der Tür.

"Aoi! Reita! Bewegt gefälligst eure Ärsche nach unten!" ertönte Kai’s Stimme dann. Aoi nutze diese Gelegenheit und stürmte, ohne ein weiteres Wort an Reita zu verschwenden, zur Tür, die er wieder aufschloss und dann öffnete.

Kai stand nur da. "Ihr habt keinen Anstand, oder? Wir haben Gäste, schon vergessen? Aber sag mal Aoi, geht es dir nicht gut oder warum bist du so blass?" löcherte Kai ihn nun. Doch Aoi schüttelte nur den Kopf und stürmte an ihm vorbei. Stattdessen wandte Kai sich nun Reita zu. "Habt ihr gestritten?" fragte er diesen nun, doch von ihm bekam er erst recht keine Antwort, sondern stürmte ebenfalls ins Wohnzimmer.

"Antwortet mir bloß nicht!"´rief Kai dann und kam nun auch wieder die Stufen herunter.

Kanae und Kim halfen bereits beim Wegräumen des Geschirrs, mit den Worten von Uruha, dass er wohl morgen mit Kai zusammen abwaschen würde. Und genau deshalb beobachtete Kai das Treiben amüsant.

 

11

 

"Den Rest machen wir dann morgen." sagte Uruha und ließ sich auf der Couch nieder, zündete sich dabei eine Zigarette an. Kim beobachtete ihn amüsant dabei - denn man konnte fast nicht glauben, dass Uruha ein Mann sei. Zu feminin sah sein Gesicht aus, doch Kim fand es auf irgendeine Art und Weise faszinierend.

"Jetzt machen wir Party!" plärrte Ruki in den Raum, als er gerade wieder ins Wohnzimmer kam. "Kai, hol mal die Getränke und das alles!" fuhr er dann fort und ließ sich neben Uruha nieder.

Er konnte Kai schimpfen hören, was man allerdings nicht verstehen konnte.

"Kai tu dies, Kai mach mal das. Ich bin doch kein Kindermädchen, oder sehe ich etwa so aus?" fragte Kai Kanae, die bei ihm in der Küche stand und ihm tatkräftig zur Hand ging.

"Na ja, du trägst schon eine Schürze…aber aussehen wie ein Kindermädchen? Nein." meinte sie und griff nach den Bierflaschen die Kai Kanae in die Hände drückte, welche von der Marke "Asahi super dry" stammten - diese Biermarke mochte Aoi sehr gerne.

"Soll ich das dann schon ins Wohnzimmer bringen?" fragte sie vorsichtig. Kai nickte nur und Kanae verließ darauf die Küche. Im Flur dagegen hätte Aoi sie beinahe umgerannt, wenn er ihr im nächsten Moment nicht schon direkt in die Augen gesehen hätte.

"Was machst du denn da?" fragte er nur und nahm Kanae eine der Bierflaschen ab, öffnete diese auch gleich.

"Siehst du doch, ich helfe Kai." antwortete sie und führte ihren Weg zum Wohnzimmer fort. Als sie dann dort angekommen war, stürzten sich bereits Uruha, Reita und Ruki auf die Flaschen. Obwohl nicht alle gerne Bier tranken, aber im Moment gaben sie sich mit dem zufrieden, was da war.

"Kommt noch mehr?" fragte Ruki, der im Begriff war seine Flasche mit einem Feuerzeug zu öffnen, als auch schon Aoi mit einem Nachschub kam - tat er das etwa wegen Kanae?

"Jetzt ist mehr da." sagte er nur trocken und verließ nochmals das Wohnzimmer.

"Mann, wie kann man nur so…sein?" murmelte Ruki, der nun endlich seine Flasche aufbekommen hatte und ausgiebig daran nippte.

"Wer weiß, welche Laus ihm über die Leber gelaufen ist?!" meinte Uruha darauf und nippte bereits an seiner Flasche. Ruki grinste darauf.

"Wenn die Laus nicht zufällig Reita heißt, dann weiß ich auch nicht. Egal, wo bleibt der Rest?" fragte Ruki darauf und reichte Kanae, die sich zu ihm auf die Sessellehne gesetzt hatte, eine von den Flaschen.

Stutzig starrte sie erst die Flasche und dann Ruki an - sie bemerkte, dass er von der Seite doch schon etwas mädchenhaft wirkte. Währenddessen hatte sich Reita aufrecht hingesetzt und öffnete dabei seine Flasche.

"Die Laus fühlt sich aber nicht angesprochen, Ruki." sagte Reita und nippte dann an seiner Flasche. Doch es schien, hatte Ruki ihn gar nicht gehört.

"Der hat seine Ohren auf Durchzug gestellt." meinte Uruha seufzend, während Reita ihm nur zunickte.

"Ruki und die Frauen…" murmelte Reita und nippte nochmals an seiner Flasche.

"Ich wollte doch gar nichts." sagte Kanae und sah in Ruki’s lächelndes Gesicht, welches ihr Herz augenblicklich höher schlagen ließ.

"Nichts da, das wird jetzt getrunken." widersprach er und drückte ihr frech einen Kuss auf die Wange. Kanae errötete sofort und brachte damit die anderen zum Lachen.

"Wie süß! Kana wird rot!" lachte Kim laut auf, hielt sich aber rasch die Hand vor den Mund.

"Hör auf zu lachen!" sagte Kanae und senkte rasch ihren hochroten Kopf.

"Wer heißt hier Kanne?" plärrte Kai in den Raum, als er zusammen mit Aoi weitere Getränke und Knabbereien hereinbrachte.

Alle mussten lachen, nur Kanae war das irgendwie unangenehm.

"Niemand, du Spinner!" lachte Ruki, der aber seinen Blick nicht von der peinlich berührten und erröteten Kanae lassen konnte. Diese aber wusste gar nicht, wohin sie ihren Blick richten sollte, damit niemand ihr gerötete es Gesicht sah.

"Das heißt Kanae und nicht Kanne!" sagte Uruha laut, der sich wohl bereits Kanae’s Namen gemerkt hatte und sich im selbem Moment eine Zigarette anzündete.

"So sieht’s aus!" stimmte Ruki ein, der an seiner Flasche nippte und sich anschließend eine Zigarette aus Uruha’s "Marlboro Menthol Lights" - Schachtel nahm. Uruha starrte Ruki nur an, immer noch hegte er Argwohn, das Ruki wieder angefangen hatte zu rauchen. Mittlerweile wussten es ja alle fünf, doch keinen schien es irgendwie zu stören - bis auf Uruha, der eigentlich stolz auf Ruki war, dass er es so lange durchgehalten hatte.

"Ich bin diesen Anblick nicht mehr gewöhnt. Tu mir das nicht an…" seufzte Uruha und zog dabei an seiner Zigarette.

"Tut mir ja leid." meinte Ruki, der sich provokativ in Uruha’s Richtung gedrehte hatte und vor seinen Augen genüsslich an seiner Zigarette zog, den Rauch dann der Zimmerdecke entgegenpustete. "Aber so ist das nun mal." grinste er dann.

"Ihr seid echt langweilig." sagte Aoi, welcher sich im Schneidersitz auf dem Boden niederließ und an seiner Flasche nippte.

"Dann lass dir was einfallen." meinte Kai, der ihm gegenüber auf der Couch saß und mit den Beinen zappelte. Reita hörte man aus der hintersten Reihe neben Kim gähnen. Diese grinste nur, aufgrund dessen, weil Kanae immer noch rot war und weil Uruha, der neben ihr saß, tatsächlich aussah wie eine Frau. Irgendwie irritierte sie es, aber irgendwie fand sie es auch interessant - denn sie sah zum ersten Mal in ihrem Leben solche verrückten und durchgeknallten Menschen. Doch eines hing Kim auf den Lippen, was sie unbedingt loswerden wollte und doch wollte sie es gleichzeitig nicht. Irgendwie hatte sie Hemmungen davor, doch gleichzeitig verflogen diese rasch. "Da sitzt’ne Tunte neben mir!" plärrte Kim plötzlich, die in diesem Moment genauso rot wurde wie Kanae eben und jeder sah sie nun an. Uruha aber glaubte sich verhört zu haben. "Das ist gemein." sagte er leise und rückte etwas weg von Kim, während die anderen loslachten. Kim hingegen wusste, dass es falsch war, es doch gesagt zu haben - dabei war es nicht einmal ernst gemeint.

"Tut mir leid." sagte sie leise und hoffte, dass Uruha nicht all zu böse auf sie sein würde. Im selben Moment stand Kai von seinem Platz auf, den Aoi sich wiederum sofort ergattert hatte.

"Wenn ich wieder da bin, sitzt dein Arsch wieder auf dem Boden!" plärrte Kai, worauf nur das Klappen einer Tür zu hören war.

"Kai hat bestimmt wieder mal etwas vor." meinte Ruki, der auch schon Kanae’s warmen Atem an seinem linken Ohr spürte, was ihm auch sofort Gänsehaut bereitete.

"Lass uns auf die Terrasse gehen." flüsterte Kanae, die nun nicht mehr rot im Gesicht war. Ruki sah sie nur an. "Okay, ich hoffe doch, es ist nicht allzu kalt draußen geworden." meinte er und stand auf, griff dabei nach Kanae’s rechter Hand.

Die anderen sahen die beiden nur fragend an.

"Wollt ihr weg?" fragte Aoi, der seinen Kopf zur Seite drehte, um Ruki ansehen zu können. Ruki deutete nur lächelnd auf die Terrasse und Aoi nickte.

Kurz darauf standen Ruki und Kanae auf der Terrasse, während die anderen darauf warteten, was Kai wohl im Schilde führte.

"Wer eine Tunte ist, steht garantiert auch auf Fesselspielchen!" grinste Kai, als dieser dann mit Abschleppseilen im Wohnzimmer stand. Und kaum hatte er das gesagt, packten Aoi und Reita ihn an Armen und Beinen - so schnell wie es ging, konnte Uruha sich gar nicht wehren.

"Lass den Scheiß!" plärrte er dann doch los.

"Lasst uns Uruha fesseln!" grinste Kai nur frech und schlenkerte mit den Abschleppeseilen hin und her.

"Mama, ich hab Angst!" grölte Uruha nun, als Aoi und Reita ihn auf sein Bett warfen und ihn begonnen hatten, zu fesseln. Dennoch hätte er einfach aufstehen und wegrennen können, aber irgendwie waren die anderen doch schneller als er.

Kim, die im Wohnzimmer saß, konnte sich kaum vor Lachen halten und auch Ruki, sowie Kanae fanden es sehr amüsant von drau0en zu beobachten. Doch Kim tat das, was sie vorhin zu Uruha gesagt hatte, schon wieder leid, auch wenn es nur Spaß sein sollte.

"Kai, lass den Scheiß! Die Dinger stinken nach Benzin und ich war schon unter der Dusche!" quengelte Uruha laut, während man Kai und die anderen zwei nur laut lachen hören konnte.

"Hab dich nicht so memmig! Du bist doch ein Mann, oder nicht?" lachte Kai und kam aus Uruha’s Zimmer. Aoi und Reita trotteten ihm hinter her, während man Uruha nur laut schimpfen hörte. "Das wirst du bereuen!"

"War das nicht ein bisschen gemein?" fragte Kim, die wie ein kleines Kind auf der Couch saß. "Nein, Spaß muss sein, das Leben ist schon ernst genug." meinte Kai und nahm den letzten Schluck Apfelsaft.

"Aber das mit der Tunte war doch gar nicht ernst gemeint." sagte Kim darauf und rutschte nervös auf ihrem Platz hin und her.

Irgendwie war es ihr doch unangenehm.

"Mach dir darüber mal keine Sorgen, Kleine. Ich weiß, wie es gemeint war und böse wird Uru dir deswegen auch nicht sein." erklärte Kai, der im Begriff war sich eine Zigarette abzuzünden.

"Aber…" stammelte Kim nun undt stand einfach auf.

"Nichts aber und jetzt setzt dich wieder hin!" fuhr Aoi nun dazwischen.

"Das ist aber unhöflich von mir gewesen!" fuhr Kim ihn darauf an und stürmte zu Uruha ins Schlafzimmer. Kai grinste nur frech und sah Aoi nicken, als dieser aufstand und ebenfalls in Uruha’s Zimmer verschwand.

"Es tut mir leid, das war alles meine Schuld!" sagte Kim nur, die sich bereits über Uruha gebeugt hatte und begann, ihn zu entfesseln.

"Schon gut." sagte er nur und sah auch schon Aoi frechgrinsend im Zimmer stehen.

"Ey du Penner, das werdet ihr noch bereuen!" sagte Uruha laut.

"Komm erst einmal wieder raus." meinte Aoi und zog den Schlüssel von innen ab. "Das kann nämlich noch sehr lange dauern." grinste er dann und knallte die Tür zu. Erschrocken drehte sich nun auch Kim zur Tür.

"Das darf doch jetzt nicht wahrsein!" sagte sie laut und ließ von Uruha ab, lief stattdessen zur Tür und drückte die Klinke runter - die Tür war verschlossen und alles endete in einem fiesen Scherz. Auch Kanae hatte das Szenario fleißig beobachtet, während Ruki sich dabei den kühlen Wind durch die Haare wehen ließ.

"Das können die doch nicht machen!" fuhr Kanae erschrocken auf, der es irgendwie nicht einerlei war und sie deswegen wollte, dass man die Tür wieder aufschloss. Doch ehe sie diesen Gedanken aussprechen konnte, hatte Ruki sie am rechten Arm gepackt und gegen die Hauswand in den Schatten gedrückt - beide waren nun aus dem Blickfeld der anderen verschwunden.

"Du bleibst schön hier." meinte Ruki und sah Kanae nur ernst an.

"Aber…" stammelte Kanae nun. Doch Ruki schüttelte nur seinen Kopf, obwohl es ihm in diesem Moment eher schwer fiel, seinen rechten Arm so zu halten, weil er Kanae gegen die Wand drückte.

"Nichts da." sagte Ruki und drückte Kanae prompt einen Kuss auf die Lippen. Um Kanae verschwand plötzlich alles - dabei war sie immer noch mehr als verwirrt, bis Ruki von ihr abließ. "Jetzt sei keine Spaßbremse, sondern ein braves Mädchen. Oder muss ich zu anderen Methoden greifen, damit du gehorchst?" grinste Ruki nun und sah, dass er Kanae wohl doch etwas eingeschüchtert war - doch der Schein trügt oftmals, was aber Kanae nicht daran hinderte, doch wieder die Flucht ergreifen zu wollen. Und abermals drückte Ruki ihr einen Kuss auf die Lippen. Es war ein Kuss, der Verlangen nach mehr in beiden erweckte.

Und ohne es selbst wirklich realisiert zu haben, schlang Kanae nun ihre Arme um Ruki’s Hals, erwiderte nach dem Abblocken immer wieder seinen Kuss - was Ruki nur zum Staunen brachte. Doch auch ehr zog Kanae nun dichter an sich heran.

"Genau das wollte ich, seit ich dich im Krankenhaus geküsst hatte." flüsterte er in Kanae’s Ohr und ließ unbemerkt seine Hände zu ihrem Hintern wandern - jedes andere Mädchen hätte es vielleicht gestört, doch Kanae kannte durch ihren Job nichts anderes und auch der Argwohn war weg, der bei anderen vielleicht noch existierte.

Kanae hatte einfach ihre Hemmschwelle übertreten…müssen.

"Ach? Ehrlich?" flüsterte sie und streichelte Ruki’s Rücken.

Ruki brachte es zum Grinsen.

"Ja. Vielleicht ist es Schicksal, dass alles so gekommen ist." meinte er und berührte mit seinen Lippen Kanae’s Hals - es brachte sie zum Zusammenzucken und nicht nur, weil ihr plötzlich seltsame Gedanken durch den Kopf schossen.

"Warte." sagte sie und drückte Ruki vorsichtig von sich.

"Hab ich was falsch gemacht? Bin ich zu aufdringlich?" fragte Ruki, der aber nur sah, wie sie Kanae ihren Kopf schüttelte.

"Das ist es nicht." sagte sie und spürte, wie Ruki’s Hände nach ihren griffen und sie vorsichtig wieder an sich heranzogen.

"Was ist es dann?" fragte er weiter. Natürlich wollte er Gewissheit.

"Wenn du mit mir spielst, nur weil du berühmt bist, dann lassen wird das gleich." sagte Kanae nur und sah in Ruki’s überraschtes Gesicht.

Wie kam sie denn darauf?

"Was für Gedanken hast du denn? Warum sollte ich so etwas tun?" entgegnete er nur.

"Für jemanden wie dich ist das doch Alltag." meinte Kanae, die spürte, wie Ruki’s Hände die von Kanae fester drückten.

"Auch wenn du jetzt glaubst zu wissen, dass ich berühmt bin, heißt das noch lange nicht, dass ich mit den Herzen spiele. Ich könnte, aber ich will es nicht. Würde ich einer Frau wehtun, so würde ich es nur doppelt zurückkriegen. Deswegen lasse ich es gleich. Und das kannst du dir auch merken." erklärte er - und Ruki meinte es wirklich ernst.

"Ich möchte nicht auf etwas setzten, was vielleicht nie wieder kommt." sagte Kanae und senkte ihren Kopf - damit meinte sie einseitige Gefühle, denn sie glaubte nun sich tatsächlich in Ruki verliebt zu haben. Auch wenn sie es als naiv und dumm bezeichnet hatte und auch wenn sie selbst sagte, dass sie wohl aus dem Alter raus sei, sich in einen berühmten Menschen zu verlieben, so hinderte sie es trotzdem nicht daran, es doch zu tun. Vielleicht hatte Kanae auch nur Angst davor, zu erkennen, dass es wahrscheinlich noch zu früh war.

Doch wie sah es bei Ruki aus?

Wohlmöglich würde es tatsächlich nur eine einseitige Sache sein. Lächelnd nahm er Kanae’s Gesicht zwischen seine Hände, sodass sie ihn nun wieder ansah.

"Das ist doch nicht das letzte Mal, dass wir uns sehen. Lass mich tausendmal ein Sänger sein, aber deswegen treffe ich mich trotzdem mit den Menschen, die ich für richtig halte. Und auf einseitige Sachen setzte ich auch nicht. Vertrau mir einfach." meinte er und drückte ihr vorsichtig einen Kuss auf die Lippen - wie würde Kanae das vermissen, wenn sie ihn nicht mehr sehen könnte?

Schon der Gedanke allein daran, ließ ihr kalte Schauder durch ihren Körper fahren.

"Lass mich dich näher lennenlernen." sagte Ruki, als er dann von Kanae abließ.

Wie gern würde sie einfach "Ja" sagen, doch die Angst war zu groß. Sie war schon oft verliebt, doch oft war diese Liebe einseitig und das prägte Kanae sehr - diese Angst hatte sie auch noch, als sie mit ihrem letzten Freund zusammen war. Einige Monate hatte diese Beziehung gehalten, bis Kanae herausfand, dass sie nur ausgenutzt wurde.

"Ich kann nicht einfach ’ja’ sagen, wenn ich nicht weiß, ob du es ernst meinst." sagte Kanae leise - am liebsten würde sie alles in Tränen ersticken.

Ruki aber sah sie nur an, streichelte ihr vorsichtig über beide Wangen und in ihm wuchs das Gefühl, dieses Mädchen nicht aufzugeben.

"Vertrau mir einfach." sagte er und küsste sie - Kanae wollte er nicht mehr hergeben, dass war ihm bewusst und er würde auch kämpfen, wenn es nicht anders ginge.

Doch erahnte er nicht im Geringesten Kanae’s Gefühlswelt, die nun Kopf stand.

"Das sagst du so einfach." flüsterte Kanae nun regelrecht und spürte Ruki’s warme Hände auf ihrer Haut - dabei ist es doch so einfach, "Ja" zu sagen.

"Das sage ich so einfach, weil ich will…weil ich dich will!" sagte er und sah in Kanae’s erschrockenes Gesicht.

Seine direkte Art konnte manchmal wirklich für Verwirrung sorgen.

"R-Ruki…sag bitte nicht so etwas." meinte Kanae und versuchte sich von Ruki zu lösen. Doch er ließ einfach nicht locker - sie sollte nicht vor ihm wegrennen.

Ja, wegrennen - etwas, was Kim in diesen Moment wiederum gerne tun würde.

Kim hatte sich auf Uruha gesetzt, da es bequemer war um den Strick von seinen ans Bett geknebelten Händen zu lösen.

Leicht amüsiert beobachtete Uruha Kim und musste auch grinsen.

"Nicht schlecht." meinte er nur und sah, wie Kim ihm einen verwirrten Blick zuwarf.

"Bitte?" fragte sie und, nachdem sie eine Hand vom Bett lösen konnte.

Uruha grinste immer noch. "Na das hier." sagte er. Dabei hätte er doch einfach sagen können "es gefällt mir, wie du auf mir sitzt.", aber er war nicht gerade der Typ solcher Worte - er gab sich immer mehr als zurückhaltend und schüchtern, obwohl auch Uruha ziemlich frech sein konnte.

"Unwichtig." meinte Uruha dann, jedoch bekam er sein Grinsen nicht mehr auf aus seinem Gesicht. Kim hingegen schüttelte nur seufzend ihren Kopf und begann nun Uruha’s linke Hand vom Bett zu lösen. Sie war ihm so nahe, konnte seinen warmen Atem spüren und es bereitete ihr Gänsehaut. Dennoch war es irgendwie ein schönes Gefühl, abgesehen von diesem starken Herzklopfen - Kim war es irgendwie neu, so etwas zu empfinden. Doch auch ohne es nur zu erahnen spürte sie Uruha’s bereits befreite Hand ihren Rücken entlang wandern, die dann an ihrem Hals stoppte.

Mit einem Mal begann Kim’s Herz zu rasen.

Was tat er da nur?

Kim sah nun in Uruha’s Augen, sie war ihm näher als vorher und irgendwie ängstigte es sie. "W-Was soll das werden?" stotterte Kim los und sah nur, wie Uruha seinen Kopf schüttelte. Er lächelte dann einfach - es war ein sinnliches Lächeln und Kim hatte nun mehr das Gefühl das ihr Herz jeden Moment auseinander reißen würde, sie wusste nicht einmal warum. Dabei war es an sich sehr angenehm.

Schüchtern senkte sie ihren Kopf - immer mehr blockierte das starke und rasende, fast schmerzende Herzklopfen ihren Kopf und irgendwann würde sie für nichts mehr garantieren können, könnte sich einfach nicht mehr zurückhalten.

"Darf ich dir etwas sagen?" fragte er sanft - hatte dabei das Gefühl, richtig zu handeln.

 

Jetzt muss irgendetwas passieren.

 

"Sieh mich an, bitte." forderte Uruha nun sanft und ließ seine rechte Hand vom Hals zu Kim’s Gesicht wandern, berührte nun ihre linke Wange.

Erschrocken zuckte Kim zusammen. Nicht wegen Uruha’s Berührungen, auch nicht, weil es so plötzlich kam, sondern aufgrund dessen, weil diese Gefühle, die sie mit einem Mal hatte, so groß in ihr waren, dass sie am liebsten schreien würde.

Und dann sah sie Uruha an.

 

"Du hast echt wunderschöne Augen." sagte er und streichelte nun Kim’s Wange.

"Sag so etwas nicht. Bitte nicht." sagte sie leise, dennoch versuchte sie auch nicht, Uruha’s Berührungen abzuwehren - im Gegenteil, Kim legte nun ihre Hand auf seine. Kim spürte, wie liebevoll er doch war, zumindest hatte sie bis jetzt den Eindruck und sie hoffte inständig, dass sie sich nicht irrte.

Lächelnd ließ Uruha dann seine Hand wieder zu Kim’s Hals wandern, um sie somit zu sich herunterzuziehen. Nein, auch dies wehrte sie nicht ab, obwohl sie ihn vor Minuten bereits fragte, was das wohl werden solle. Kim spürte aber dann auch schon seine warmen, weichen Lippen auf ihrem Mund. Genauso spürte sie, wie Uruha vorsichtig seine Zunge in ihren Mund schob, während seine Hand langsam auf ihrem Rücken herabwanderte, dann unter ihre Bluse kroch und liebevoll ihren Rücken streichelte.

"Tu das nicht, bitte." flehte Kim nun leise.

Noch immer aber machte sie auf ihn nicht den Eindruck, als würde sie sich dagegen wehren wollen. Uruha musste dann plötzlich kichern.

"Dann hör doch endlich auf, dass Gegenteil von dem zu tun, was du sagst." erwiderte er.

Doch selbst dies tat Kim nicht.

Irgendwie war es so, als würde Kim von etwas gesteuert werden - etwas, was sie selbst nicht kontrollieren konnte. Etwas, was nicht zu kontrollieren war, weil es aussichtslos erschien.

Dieses Gefühl war viel stärker.

 

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update: 18-Feb-2008  
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